Abi-Partys im Wandel - Feiern werden professioneller

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Deutsche Presse-Agentur

Früher bastelten sie Postkarten und schickten sie an Verwandte, heute verkünden sie ihre Botschaft im Internet: Angehende Abiturienten bereiten die Aktionen rund um ihren Schulabschluss zunehmend professionell vor.

„Der Aufwand der Vorbereitungen hat enorm zugenommen“, sagte Volkskundlerin Sonja Böder vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Münster. Mit einer Studie wollen LWL-Mitarbeiter herausfinden, wie sich das Feiern des Schulabschlusses seit dem vergangenen Jahrhundert gewandelt hat.

Auffällig sei, dass Oberstufenschüler „extrem professionell“ vorgingen. „Sie unterzeichnen eigenverantwortlich Verträge, müssen also mit ihrem Namen herhalten“, sagte die Volkskundlerin. Abitur-Jahrgänge entwickelten zunehmend ein „Corporate Design“: T-Shirts, Plakate, Abi-Zeitung und Homepage - alles sei in einem einheitlichen Layout gehalten und zum Teil von eigens beauftragten Grafikdesignern entworfen, sagte Böder. In den 50er Jahren etwa hätten Abiturienten ihre Verwandten noch mit selbst gestalteten Postkarten über ihren Schulabschluss informiert.

Auch der Abi-Ball werde „immer schicker“ und immer häufiger nach amerikanischem Vorbild gestaltet. Die meisten Abiturientinnen buchten Maniküre und Pediküre und ließen sich ihre Haare vom Friseur festlich stylen. Noch vor wenigen Jahrzehnten lief es ganz ohne Glamour: „In den 70er Jahren haben sich die Abiturienten ihr Zeugnis oft einfach zuschicken lassen“, sagte Böder. Heute hätten die Schüler viel mehr Möglichkeiten. Einziges Problem sei es, neue Ideen zu entwickeln. „Mittlerweile wird es schwer, das Dagewesene zu toppen.“

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