Aalen betritt Neuland

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Aalen betritt Neuland
Aalen betritt Neuland (Foto: Thomas;Siedler)

Die Freundschaft mit einer afrikanischen Stadt steht der weltoffenen Stadt Aalen gut zu Gesicht.“ Mit dieser Bemerkung von Andrea Hatam ist fast alles gesagt. Es ist höchstens zu ergänzen: Es steht auch der nicht gerade armen, wirtschaftlich sehr erfolgreichen Stadt Aalen gut zu Gesicht. Nämlich dort zu helfen, wo Hilfe am nötigsten ist, in einem der ärmstem Länder der Erde, in dem sich Aalener seit Jahrzehnten außerordentlich engagieren. Jetzt übernimmt die ganze Stadt humanitäre Verantwortung in einer globalisierten Welt, das ist aller Ehren wert. Aalen hat damit auch eine Vorbildfunktion und es betritt Neuland, deutschlandweit.

Mit einer Städtepartnerschaft im herkömmlichen Sinne hat dies freilich nichts zu tun. Und eine Städtepartnerschaft ist ja jetzt auch nicht besiegelt worden, sondern eine Städtefreundschaft. Nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger. Dabei sei daran erinnert, dass sich die Beweggründe, aus denen Aalen heraus bislang all seine partnerschaftlichen und freundschaftlichen Verbindungen zu Städten im Ausland eingegangen ist, über die Jahrzehnte stets verändert haben: von der Aussöhnung mit Frankreich über die Überwindung des Eisernen Vorhangs bis hin zu jener Stadt, in der viele in Aalen lebende Türken ihre Wurzeln haben. Mit der Verbindung zu Vilankulo kommt ein neuer Beweggrund hinzu: als Stadt mit dazu beizutragen, dass ein neuer Ansatz in der Entwicklungshilfe Erfolg haben kann, nämlich auf kommunaler Ebene vor Ort zu helfen. So wie dies private und kirchliche Initiativen auch aus Aalen in anderen Ländern schon seit vielen Jahren praktizieren. Dafür braucht es nur eins: Mut und ein ganz pragmatisches, menschliches Herangehen. Das ist der neuen Städtefreundschaft zu wünschen.

e.scheiderer@aalener-nachrichten.de

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