Bodenseerat: Arthur Loepfe ist neuer Präsident des Bodenseerats

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Nach zwölf Jahren hat der ehemalige Konstanzer Landrat Robert Maus sein Amt als Präsident des Bodenseerats an den Schweizer Nationalrat Arthur Loepfe übergeben. Bei der gestrigen Wahl auf dem MS Königin Katharina wurde der 61-jährige Loepfe einstimmig gewählt.

Von unserem Mitarbeiter Felix Kästle

Als „Stimme des Bodensees“ bezeichnete Horst Sund, ehemaliger Rektor der Universität Konstanz, den vormaligen Präsidenten Maus. Dieser habe so diplomatisch wie hartnäckig die Interessen der Mitglieder des vor zwölf Jahren gegründeten Bodenseerates vertreten. Zum Beispiel gegenüber der Internationalen Bodenseekonferenz, deren „natürlicher Partner“ der Bodenseerat sei und im Gegensatz zum Bodenseerat nicht nur Ideen und Konzepte vorschlagen kann.

Wie in den vorhergehenden Jahren stehen auch dem neuen Präsidenten künftig vier Stellvertreter zur Seite, ebenfalls einstimmig gewählt: Robert Maus, Horst Sund, die österreichische Landtagsabgeordnete Bernadette Mennel und der ehemalige Schweizer Nationalrat Ernst Mühlemann. Entscheidend für den Erfolg, so Loepfe in seiner Antrittsrede, sei jedoch die enge und intensive Zusammenarbeit aller 57 Mitglieder, davon 27 aus Deutschland, acht aus Österreich und 18 aus der Schweiz und zwei aus Lichtenstein. Gerade in der Länder übergreifenden und vernetzten Arbeit liege die Stärke des Bodenseerates. Was dieser in den vergangenen zwölf Jahren geleistet hat, ist laut Uni-Rektor Sund einerseits der Verdienst von Maus, andererseits die Kraft der kleinen Schritte, die letztlich viel bewirkt hätten. So sei einer der größten Erfolge die Ausarbeitung eines regionalen Entwicklungskonzeptes, das finanzielle Mittel aus Brüssel sichere. Ein weiterer Meilenstein war die Stellungnahme zum internationalen Bodenseeleitbild, das heute „wesentlich aus der Feder des Bodenseerates stammt“, so Maus. Als Erfolg wertete Maus auch die Stellungnahme zur Abfallvermeidung, die Strategiestudie Verkehr und die Entwicklung eines Leitbildes für den grenzüberschreitenden Tourismus am Bodensee.

Doch nicht in allen Bereichen, mit denen sich die neun Arbeitsgruppen beschäftigen, herrscht eitel Sonnenschein, wie Maus vor 30 Mitgliedern sagte. So stehe als „ganz schwieriges Thema“ die Zusammenarbeit der Schwerpunktkrankenhäuser in der Bodenseeregion an. In den Kinderschuhen steckt auch noch die Idee, in der Region um Sankt Gallen Forschungsinstitute für die Bereiche Micro und Nanotechnik zu schaffen, verkürzt gesagt brauche es in einer Region, die als Produktionsstandort nicht ideal sei, „rauchende Köpfe, nicht rauchende Schlote“. Als weiteres Ziel nannte Maus auch die Schaffung eines Lehrstuhls für Pflegewissenschaft in Deutschland. Dieser Studiengang sei besonders notwendig, da deutsche Pflegekräfte unterbezahlt seien und dadurch häufig in die Schweiz abwanderten.

Mit diesen und anderen Themen werden sich künftig auch die 14 neuen Mitglieder des Bodenseerates beschäftigen, darunter aus Deutschland der Friedrichshafener Oberbürgermeister Josef Büchelmeier, der Ravensburger Gottfried Christmann vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Rolf Hanssen, Vorsitzender der Geschäftsführung der MTU Friedrichshafen, der Allensbacher Landtagsabgeordnete Andreas Hoffmann und der Ravensburger Landrat Kurt Widmaier.

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