Für jeden Haushalt einen Plastik-Embryo

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Aus Protest gegen Abtreibungen will ein katholischer Verein aus dem badischen Bruchsal bundesweit Millionen Plastik-Embryos verteilen. Die „Embryonenoffensive“ startet am 17. Oktober mit 30 000 Exemplaren. Am Ende solle jeder der rund 40 Millionen Haushalte in der Bundesrepublik beliefert sein.

Die Kunststoff-Modelle stellten einen Embryo in der zehnten Schwangerschaftswoche in Originalgröße dar; in diesem Alter würden die meisten Abtreibungen vorgenommen, sagte der Vorsitzende des Vereins „Durchblick“, Thomas Schührer.

„Viele fallen aus allen Wolken, wenn sie sehen, wie weit entwickelt die kleinen Menschen sind, die bei einer Abtreibung getötet werden.“ Das Erzbistum Freiburg betonte auf Anfrage, „Durchblick“ sei keine offizielle kirchliche Vereinigung, sondern eine private Gruppe. Nach eigenen Angaben hat sie nur acht Mitglieder; mit Förderern verfüge sie aber über einen Kreis von bundesweit gut 3500 „hochmotivierten“ Helfern.

Schührer glaubt, dass in Deutschland ein Viertel bis ein Drittel des Nachwuchses abgetrieben wird. Zahlen des Statistischen Bundesamtes, nach denen in Deutschland jährlich 130 000 Schwangerschaften abgebrochen werden, hält er für falsch. Die wahre Zahl liege wohl bei bis zu 300 000.

Wie schnell jeder Haushalt ein Protest-Embryo erhalte, hänge davon ab, wie viel Spenden der Verein bekomme und wie motiviert die Helfer seien, erläutert Schührer. Jeder Plastik-Embryo mit einem entsprechenden Beiblatt kostet den Verein nach dessen Angaben 50 Cent, die Gesamtkosten für die Aktion beliefen sich auf rund 20 Millionen Euro. Auf den Postversand verzichten die Abtreibungsgegner. Stattdessen sollen ehrenamtliche Helfer die Plastik-Embryos in jeden deutschen Haushalt bringen.

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