Schneider erkämpft Silber bei Ringer-WM

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Créteil (dpa) - Die deutschen Ringer haben die Talsohle durchschritten und für einen überraschenden Prestige-Erfolg gesorgt. Der Köllerbacher Konstantin Schneider hat bei den Weltmeisterschaften im griechisch-römischen Stil in Créteil Silber gewonnen und somit für die erste WM-Medaille seit 1999 gesorgt.

Der Weltergewichtler unterlag dem russischen Europameister Alexej Gluschkow mit 0:3. Zuvor hatte er im Viertelfinale der Klasse bis 74 kg den für Israel startenden gebürtigen Russen Jakow Menascherow souverän mit 9:0 Punkten besiegt und dann in der Vorschlussrunde den Südkoreaner Jin-Soo Kim in der Verlängerung mit 7:2 Punkten ausgeschaltet.

„Mit vier Olympia-Tickets in unserer Stilart kann ich natürlich zufrieden sein, wir hätten aber noch ein weiteres in der 55-kg-Klasse erreichen können, da hat Oleg Kutscherenko seine Chancen nicht genutzt“, sagte Greco-Bundestrainer Günter Reichelt, der nun die restlichen drei Tickets bei den anstehenden Qualifikations-Turnieren erkämpfen will.

Glücklich machte er vor allem Helmuth Pauli, den Präsidenten des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), der nach der Ablösung des langjährigen Bundestrainers Lothar Ruch und der Nominierung des 37-jährigen Jannis Zamaduridis heftig in der Kritik gestanden hatte. „Ich bin wahnsinnig erleichtert. Damit sind die unqualifizierten Angriffe gegen meine Person und Bundestrainer Reichelt vom Tisch“, so Pauli.

Die Entscheidung für Zamanduridis, der nach acht Jahren Pause sein Comeback auf der internationalen Matte feierte, erwies sich als richtig. Immerhin erkämpfte der Routinier aus Köllerbach in der Klasse bis 66 kg einen Olympia-Startplatz. „Mit der Qualifikation bin ich zufrieden, aber es wäre noch mehr möglich gewesen. Ich hatte ja nur drei Monate Vorbereitungszeit und lag zunächst um acht Kilogramm über dem Limit meiner Gewichtsklasse“, verriet Zamanduridis, der vor allem noch Probleme mit dem „Zwiegriff“ hatte: „Dies war letztendlich auch ausschlaggebend für mein Ausscheiden“.

Ebenfalls für Olympia qualifizierten sich der Wittener Mirko Englich (96 kg) und der Köllerbacher Jurij Kohl (60 kg). Zwar hatten beide ihre Achtelfinalkämpfe verloren, als Zehntplatzierte lösten sie dennoch das dritte und vierte Athen-Ticket für den DRB. „Zusammen mit dem Freistil- und Frauen-Bereich haben wir jetzt sechs Tickets sicher, und diese Tatsache tut richtig gut. Das zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben und Weltspitzenleistungen auch in Deutschland möglich sind“, betonte DRB-Sportdirektor Wolfgang Nitschke.

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