Ferngesteuertes Auto

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ersetzt Hand des Künstlers

AALEN - Einfallsreich, kreativ und mit viel Phantasie sind die Kunstwerke gestaltet. Darunter Bilder, deren Farbkombination beeindruckt. Geschaffen wurden diese Werke von Menschen mit einer Behinderung. "Kunst kennt keine Behinderung" heißt die Ausstellung im Landratsamt.

Von unserem Korrespondenten Ulrich Geßler

Es ist das Europäische Jahr der Menschen mit Behinderung. Der Körperbehindertenverein Ostwürttemberg besteht seit 30 Jahren. Zwei gute Anlässe für eine Ausstellung mit Werken von Menschen mit einem größeren oder kleineren Handicap. Eine Ausstellung, die hilft, Barrieren zu überwinden, die Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführt. Eine Ausstellung, die zeigt, welche große Begabung in vielen Menschen mit einem Handicap schlummert und nur darauf wartet, unter Anleitung geweckt zu werden.

"Die Ausstellung soll dazu beitragen Vorurteile abzubauen", sagte denn auch Landrat Klaus Pavel. Er verwies darauf, dass Kunst keine Schranken kennt. Ausdrücklich hob er das Thema Gleichstellung von Menschen mit Handicaps hervor. Er appellierte, allen Menschen die gleichen Chancen zu geben. Den Körperbehindertenverein beschrieb der Landrat als eine "unglaublich starke Selbsthilfeorganisation".

Die Vorsitzende des Körperbehindertenvereins, Bettina Ortwein, warb für gegenseitige Hilfe und ein gleichberechtigtes Miteinander. Ziel müsse die vollständige Integration von Behinderten in die Gesellschaft sein.

Die Geschäftsführerin des Landesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte, Jutta Pagel, erzählte von 120 Menschen aller Altersstufen, die entweder allein oder in der Gruppe Kunstwerke für die Ausstellung geschaffen haben. Darunter sind 40 Frauen und Mädchen. Und 40 dieser Künstler stammen von der Ostalb. Die Samariterstiftung Neresheim hat sich engagiert, die Konrad-Biesalski-Schule in Wört und auch der Körperbehindertenverein Ostwürttemberg haben mitgemacht. Diese Wanderausstellung vereine viele Einrichtungen, freute sich Jutta Pagel. Offen räumte sie ein, dass teils kräftig Überzeugungsarbeit geleistet werden musste, bevor sich Schwerstbehinderte zur Teilnahme entschlossen. Immerhin galt es, Kunst und Handicaps in Einklang zu bringen. Eine schwierige, aber wie sich herausstellte nicht unlösbare Aufgabe. Was die Maltechniken betraf, waren eben Ideen gefragt. So entstand Kunst mit Hilfe eines ferngesteuerten Autos oder mit einem an einem Helm befestigten Pinsel. Was der Betrachter zu sehen bekommt, ist so vielfältig wie die Menschen, die diese Werke geschaffen haben. Eine Kunst, die andere Denk- und Lebensweisen erschließt.

Umrahmt wurde die Eröffnung von einer Jazz-Combo der Musikschule und einem Blockflötenensemble der Musikschul-Außenstelle Unterkochen unter Leitung von Gerlinde Holzwarth.

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