Von stiller Anbetung bis hin zu mächtigem Gesang

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Ein glänzender Erfolg war das traditionelle gemeinsame Sommerkonzert von Dornier, MTU, Mercedes Benz und Dornier Consulting am Sonntagabend im Graf-Zeppelin-Haus.

Wie Dr. Stefan Zoller, Vorstandsvorsitzender der Dornier GmbH, in seiner Begrüßung sagte, haben diese von den beteiligten Firmen im Wechsel veranstalteten Konzerte eine mehr als zehnjährige Tradition, entsprechend zahlreich waren die Besucher.

Dass Technik und Kultur sehr wohl zusammengehen, bewies eingangs das Bläserensemble der MTU Friedrichshafen unter seinem Dirigenten Reiner Hobe. Heiter beschwingt war der volkstümliche Auftakt mit der Percy Grainger Suite - ein duftiger und nach kurzem melancholischem Intermezzo kecker und übermütiger Dialog von Holz, Blech und Schlagzeug. Kultivierten Bläserklang bewies das Ensemble im folgenden Arrangement zu "Lord of the Rings", in dem die einzelnen Instrumentengruppen mit präziser Dynamik wechselnde Stimmungen malten bis zum letzten gewaltigen Aufschrei.

Höhepunkt des Konzerts war das nachfolgende Haydn-Oratorium "Die Schöpfung". Wie schon zuvor in Salem-Neufrach sangen die vereinten Chöre der Musikfreunde Markdorf und der "Betriebssportgemeinschaft (BSG) Dornier Chor und Instrumentalmusik" unter der Leitung des Markdorfer Musikschuldirektors Uli Vollmer. Solisten waren die koreanische Sopranistin Deosuk Jeon, der kurzfristig eingesprungene Tenor Frieder Lang und Bariton Marco Vassalli.

Im Rahmen der "Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/ 2004" spielte die St. Petersburger Kammerphilharmonie. Sehr transparent und filigran feierte das Orchester die Erschaffung der Welt vom Chaos bis zur Seligkeit des Paradieses, wunderschön die Lautmalereien, ob Regen und Gewitter toben oder Löwe, Hirsch und edles Ross auftreten oder ein Heer von Insekten summt. Beseligend malt Haydn die Wonnen des Paradieses, wo die Frau dem Manne gerne gehorcht und beide jeden Augenblick als Wonne auskosten. Bezaubernd der Zusammenklang des klaren, hell perlenden Soprans (schade, dass man oft Mühe hatte, Frau Jeon zu verstehen) und des kraftvollen, ungemein flexiblen Baritons, sehr kultiviert auch Frieder Langs Tenor, der würdevoll in das Lob Gottes einstimmte. Der gewaltige vereinte Chor bewältigte seine große Aufgabe mit beachtlicher Präsenz. Schön der Wechsel von stiller Anbetung und mächtigem Gesang zum Lob Gottes im Paradies: "Preiset Gott was nur Odem hat!"

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