Dresdner Musikfestspiele: Mehr als 150 000 Besucher

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Mit mehr als 150 000 Besuchern haben die Dresdner Musikfestspiele 2003 einen neuen Rekord erreicht. „Es ist vor allem gelungen, neues, junges Publikum zu ziehen“, sagte Intendant Hartmut Haenchen am Sonntag in einer Bilanz seines ersten Festspieljahrgangs. Nach einem Einbruch beim Vorverkauf im Frühjahr sei die Resonanz während der Festspiele überwältigend gewesen. Für insgesamt 174 Veranstaltungen, unter denen auch kostenfreie Konzerte waren, wurden rund 80 000 Tickets verkauft. Die Festspiele sollten am Abend mit der Aufführung von Glucks Oper „Alceste“ im Zwinger und einem zusätzlichen Carillon-Konzert zu Ende.

Seit dem 29. Mai gestalteten 2100 Künstler unter dem Thema „Wagner & Wolf“ Konzerte, Foren und Aufführungen. Dabei haben die Festspiele erstmals seit Gründung vor 26 Jahren auch Publikum in der Umgebung angesprochen. Mit neuen Aspekten wie dem „Meißner MusikMarathon“ oder den „Reisen zur Musik“ wurden zahlreiche neue Spielorte angenommen. „Ich kann ein überwältigend gutes Fazit ziehen“, sagte Haenchen. Die von ihm gesetzten neuen dramaturgischen Akzente hätten sich bewährt und sollten beibehalten werden. „Wir wollten neue Formen suchen, die vom Üblichen abweichen und die wurden hervorragend angenommen.“

So hätten etwa Breakdance mit Beethoven oder Variationen über Lohengrin ihr Publikum gefunden. Nach Angaben von Verwaltungsdirektor Kim Ry Andersen war der im November 2002 gut angelaufene Vorverkauf im März/April wegen des Irak-Krieges eingebrochen. Der Verlust sei aber durch Verkäufe während der Festspiele aufgefangen worden. „Wir haben bei Eigenveranstaltungen 28 000 der 46 000 angebotenen Karten verkauft.“ Andersen rechnet damit, dass die Festspiele bis Jahresende ihr Einnahmesoll in Höhe von 537 000 Euro erreichen. „Wir liegen derzeit bei etwa 80 Prozent Erfüllung.“ Ostdeutschlands größtes Musikfestival dieser Art wird von der Stadt und Sponsoren finanziert und von Land und Bund gefördert.

Die Struktur aus einem Thema und acht Reihen wird beibehalten. Der Festspieljahrgang 2004 widme sich unter dem Thema „Sagenhaftes“ den Märchen, Mythen, Legenden, Fabeln und Sagen, denen Zeitgenössisches gegenübergestellt werde. Vom 20. Mai bis 6. Juni 2004 werden 172 Veranstaltungen geboten. Gaststadt ist nach Amsterdam in diesem Jahr dann Paris. Die Grande Dame des französischen Chansons, Juliette Greco, wird mit einem Konzert am 1. Oktober einen Vorgeschmack auf den französisch geprägten Jahrgang 2004 geben. Mit Kurt Masur und das Orchestre National de France und dem international gefeierten Pianisten Murray Perahia werden dann im Mai 2004 weitere prominente Künstler erwartet.

Analog der nach Veranstalterangaben hervorragend angenommenen „Wagner-Wiese“ soll es 2004 eine „Märchen-Wiese“ mit Lesungen, Aufführungen und Kurzweil in Schloss und Park Albrechtsberg geben. Verzichten wollen die Festspiele im nächsten Jahr auf den Zwinger. „Er ist nicht billig, nicht zu überdachen und daher für uns ein Risiko, das wir nicht eingehen wollen“, sagte Haenchen.

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