Zeugen der Vergangenheit: Steine der Burg Leiterberg?

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OSTRACH (ur.) - Lüften im Ostracher Gemeindeteil bei Abbrucharbeiten entdeckte alte Bausteine das Geheimnis um die Burg auf dem Leiterberg? Anzunehmen ist es, denn aus der Überlieferung ist bekannt, dass einst beim Bau von Häusern und Ställen in Wangen und Einhart Natursteine der Ruine auf dem nach Wangener Definition "Burghügel" genannten Bergkegel verwendet wurden.

Anton Irmler hat jüngst, um eine Maschine besser unterringen zu können, eine Wand im Stallbereich seiner Anwesens abgebrochen. Aber nicht etwa Ziegelsteine oder Wacken kamen zum Vorschein, sondern Natursteine, deren Herkunft wohl im Bereich der Alb zu suchen ist.

Die erste Annahme, dass es sich um ehemalige Grenzsteine handeln könnte, brachte selbst das Herz des Grenzsteinforschers Ludwig Sautter in Aufregung. Die Version musste jedoch bald aufgegeben werden: Nirgendwo war eine Bezeichnung zu finden.

Das Raten ging weiter, bis sich ein Landwirt an den Brand seiner Scheune erinnerte: Beim Abtragen der Fundamente und Wände seien die gleichen Steine ans Tageslicht gekommen. Das Rätsel löste Nachbar Anton Halder, der sich an die Überlieferung über die Burgruine auf dem Leiterberg erinnerte. Selbst der Ostracher Heimatkundler Walter Kempe bezieht sich in seiner Verlautbarung "Die Herren der Burg Leiterberg", auf Aufschreibungen, nach denen auf dem Berg als Besitz des Klosters Salem ein Schlössle oder Haus stand, von dem 1831 "nur noch Schutt von eingestürzten Gebäuden zu sehen ist".

Anton Irmler erinnert sich noch gut an die "Räuber-und-Gendarm-Spiele" der Wangener Buben in den 30er- und 40er-Jahren. Kaum seien die Hausaufgaben erledigt gewesen, sei man zum Burghügel gegangen und habe dort gegraben. Diese Löcher sind heute noch sichtbar. Und man sei dabei auch auf Mauersteine und Treppenaufgänge gestoßen, die genauso aussahen wie die gefundenen.

Eine Sensation sei es gewesen, als die Buben plötzlich einen Schwertgriff entdeckten. Er sei verrostet gewesen, aber etwa 15 Zentimeter Schneide seien noch dran gewesen. Heute ist der Hügel auf und um den Leiterberg mit Buchen und Eichen verwachsen. Deutlich sichtbar ist noch der alte Burggraben auf der Südseite, während der Kegel im Westen, Norden und Osten terrassenförmig abfällt. Wer unter "Leiterberg" nachliest, trifft auf die Bezeichnung "Berg bei Levertsweiler", also kein Wunder, dass das Wappen von Levertsweiler die Symbole der Herren von Leiterberg, eine auf drei grünen Bergen stehende rote Leiter auf silbernem Grund, zeigt.

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