Hessentag 2003 lockt mit rund 800 Veranstaltungen

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Wenn Ministerpräsident Roland Koch von der CDU am 13. Juni in Bad Arolsen im Kreis Waldeck-Frankenberg den 43. Hessentag eröffnet, steht der nordhessische Kurort für zehn Tage ganz im Zeichen des traditionellen Landesfestes.

Bis zum 22. Juni sind in Bad Arolsen rund 800 Veranstaltungen geplant - vom Klassikkonzert im Arolser Barockschloss bis zum großen Abschlussfestumzug, vom Comedyabend bis zur Verbrauchermesse. Zu den Höhepunkten gehören die Open-Air-Konzerte im örtlichen Fußball-Stadion: Vor bis zu 20 000 Fans treten dort Bands auf wie die Rock-Dinos Deep Purple und Jethro Tull, aber auch Pop- und Chart-Acts wie Sarah Connor, Natural, Tiziano Ferro oder Laith Al-Deen.

Auf der städtischen Internet-Seite www.arolsen.de/hessentag werden schon die Stunden, Minuten und Sekunden bis zur Eröffnung der Großveranstaltung gezählt. „Ja, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, berichtet Andrea Losat vom Bad Arolser Hessentags- Organisationskomitee. Bereits vor zwei Jahren habe für die Stadt mit der Bestellung des Hessentags-Beauftragten Andreas Mertens die intensive Arbeitsphase begonnen.

Seit einigen Wochen gibt es in Bad Arolsen die ersten sichtbaren Zeichen, dass der Hessentag kommt: Viele Plakate mit dem im letzten Jahr vorgestellten Hessentags-Logo und -Motto „Stimmung, Feiern, Open Air - der Hessentag mit tollem Flair“ zieren die Straßen. An allen öffentlichen Stellen liegen Flugblätter aus. „Zudem wird überall noch gebaut, die Häuser für den großen Auftritt chic gemacht“, sagt Losat.

Der Koordinator der Staatskanzlei, Heinrich Kaletsch, wünscht sich für den Bad Arolser Hessentag eine vergleichbare Resonanz wie 1999 im benachbarten Korbach. „Rund 700 000 Besucher sollten es am Ende schon sein“. Den absoluten Rekord hält die Stadt Dietzenbach mit 1,15 Millionen Besucher aus dem Jahr 2001. Aber die Zahlen seien sowieso vom Wetter abhängig, meint Kaletsch. „Wenn es die ganze Zeit regnet, hat man als Veranstalter einfach keine Chance.“

Der seit 15 Jahren für den Hessentag zuständige Koordinator setzt dabei nicht nur auf die zugkräftigen Namen, sondern auch auf die kostengünstigen Preise: „Nur für 28 der 800 Veranstaltungen wird man Eintritt zahlen müssen.“ Ein weiterer Besuchermagnet solle zudem das in diesem Jahr erweiterte Kinderprogramm sein. Neben mehreren Kindermusicals wie „Pippi Langstrumpf“ und „Der kleine Eisbär“ ist für die kleinen Gäste unter anderem ein Aktions- und Wettergarten, ein Dschungelparcours und der Einsatz einer Mini-Eisenbahn geplant.

Als Anziehungspunkt wird außerdem die zentrale Landesausstellung, die größte Verbrauchermesse in Hessen, angesehen. In 12 Zelten, auf einer Gesamtfläche von mehr als 20 000 Quadratmetern werden sich die hessische Wirtschaft, öffentliche Institutionen und nicht zuletzt die hessischen Ministerien präsentieren.

Als Zeichen für die „Verbundenheit mit der Region“ hatte der frühere Ministerpräsident Georg August Zinn 1961 den ersten Hessentag in Alsfeld ins Leben gerufen. Für das von den Alliierten geschaffene „Kunstgebilde“ Hessen sollte es ein Integrationsfest sein, um ein eigenes Selbstbewusstsein zu schaffen. Die Mischung aus Brauchtum und Regionalschau blieb lange Zeit zentraler Bestandteil des Festes. Als das Interesse der jüngeren Generation erheblich nachließ, wurde das Konzept dann Ende der 80er Jahre geändert. Mit den Auftritten internationaler Rock- und Popstars und mit den Disco- und Technoveranstaltungen der Rundfunksender entwickelte sich das Landesfest zu einer zehn-tägigen Party.

www.arolsen.de/hessentag

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