"Kein anderer Weg als die Fusion"

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TUTTLINGEN - Es war zwar, wie vor Wochen beim TV Jahn, nur eine "Vorabstimmung" - die geriet nun aber auch beim FC 08 ganz eindeutig: Alle 59 bei der Hauptversammlung am Donnerstagabend im "Waldschlössle" anwesenden 08-Mitglieder votierten dafür, den Vorstand zu weiteren Fusionsgesprächen mit dem TV Jahn zu ermächtigen.

Von unserem Redakteur Roland Habel

Damit sind die Weichen vollends dafür gestellt, dass sich die beiden Tuttlinger Traditionsvereine im nächsten Jahr tatsächlich zu einem Verein zusammenschließen - als Name ist "SC 04" im Gespräch. Dies und noch viele weitere Details gilt es freilich noch in den folgenden Verhandlungen endgültig zu klären. In diesen soll auch bis zum nächsten Frühjahr ein so genannter Verschmelzungsvertrag ausformuliert werden, auf dessen Grundlage dann die Hauptversammlungen beider Vereine ihr endgültiges Votum abgeben.

Die nunmehr für die Vorstände hier wie dort erteilten klaren Gesprächs-Ermächtigungen sind auch insofern bedeutsam, als damit kaum mehr Gefahr besteht, dass die anfallenden Kosten, insbesondere für die notariellen Beurkundungen, umsonst riskiert werden.

"Es war gleich klar, beide Vorstände sehen keinen anderen Weg als die Fusion", sagte am Donnerstagabend Rainer Hohner, einer der 08-Vorsitzenden, als er die bisherigen Gespräche mit dem Jahn noch einmal Revue passieren ließ. Man habe, so betonte er, keinesfalls die Illusion, damit sei ein schneller sportlicher Höhenflug der Aktiven verbunden - vielmehr gehe es vor allem darum, zunächst einmal die Fußball-Jugendarbeit in Tuttlingen attraktiver zu gestalten, qualifizierte Trainer zu bekommen und so auch Talente eher am Ort zu halten. Er, Hohner, sehe keine andere Möglichkeit als den Zusammenschluss, um den Fußball, dessen Stellenwert ja eher gesunken sei, in Tuttlingen zu erhalten.

Die rechtlichen Details erläuterte Rechtsanwalt Bernhard Mußgnug. Um eine satzungsgemäß mit dem Rückfall des Vereinsvermögens an die Stadt verbundene formale Auflösung des TV Jahn zu vermeiden, habe man die Lösung des "Beitritts" vom FC 08 für eine "juristische Sekunde" ausgetüftelt. Sofort danach solle sich dann aus diesem Noch-Jahn der de facto neue Gesamtverein mit neuer Satzung, neuem Namen und neuer Vorstandschaft konstituieren.

"Als altem Nullachter tut es mir weh, was hier im Raum steht, meinte in der Diskussion der frühere Vorsitzende Harald Krantz (jetzt seit elf Jahren Chef des SV Liptingen). Er regte deshalb ("eine Fusion muss sehr gut überlegt sein") an, zunächst einmal nur Spielgemeinschaften zu gründen. Dieses Argument stach jedoch schon wegen der im Vergleich zum Badischen (Beispiel SG Hattingen/Emmingen) erheblich restriktiveren württembergischen Regelung für die Aktiven nicht.

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