Ehrenbürgerwürde für Walter Knoll

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BAD SAULGAU - Ein besonderes Geburtstagsgeschenk machte die Stadt Bad Saulgau dem Unternehmer Walter Knoll: Er wurde zu seinem 75. Geburtstag gestern zum Ehrenbürger der Kurstadt ernannt.

Von unserem Redakteur Christian Weiß

Tulpen als Frühlingsboten schmückten statt Fräsen und Schweißgeräten die neue Produktionshalle der Firma Knoll am gestrigen Freitag. Denn am Tag des Frühlingsanfangs feierte Seniorchef Walter Knoll seinen 75. Geburtstag. Und wo manche seit zehn Jahren bereits im Ruhestand sind, arbeitet Knoll in seiner Firma, als ob er noch 50 wäre.

"Von der Pike bis zum Firmenchef", umschrieb Jörg Lehmann, Erster Beigeordneter und Hauptamtsleiter der Stadt, den Lebenslauf des Jubilars. Und dieser Lebenslauf sei wie der Leitspruch und jetzige Unternehmensmotto gewesen: "it works", es funktioniert. Erfindungsreichtum und Leistungswille seien immer Antrieb und Motor des Unternehmers gewesen, hob Lehmann hervor. Dabei habe sich Knoll immer auf seine Mitarbeiter verlassen: "Es ist ein Vertrauen auf Gegenseitigkeit, Chef und Mitarbeiter sind eine Einheit", so Lehmann.

So ist es für den Unternehmer ganz selbstverständlich, dass er neben Gästen aus Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben auch seine 500 Mitarbeiter zur Geburtstagsfeier eingeladen hat und diese mit ihm zusammen feiern. Knoll gehe auf die Menschen zu und frage nicht nach ihrem Stand oder ihrer Herkunft, weiß Lehmann. Das mache ihn auch bei den Mitarbeitern beliebt. Für seine besonderen Leistungen, die der Jubilar für das Gemeinwohl der Stadt und ihrer Einwohner erbracht habe, verleihe ihm die Stadt ihre höchste Ehrung, die Ehrenbürgerwürde, so Lehmann.

Zu dieser Leistung habe eine glückliche, gemeinsame Arbeit geführt, bedankte sich Knoll bei der Stadt für die Würdigung. Gemeinsam unter anderem deshalb, da die Zusammenarbeit bei Grundstückskäufen und Baumaßnahmen, sogar bei Straßenverlegungen sehr fruchtbar gewesen sei.

"Die heutige Auszeichnung trage ich in Verbundenheit mit meinen Mitarbeitern", unterstrich Knoll vor den Gästen die Bedeutung seiner Mitarbeiter, die auch finanziell am Erfolg des mittelständischen Unternehmens beteiligt werden. Eines seiner Erfolgsrezepte sei dabei, statt der 35-Stunden-Woche die Arbeitszeit von 38 Stunden je Woche beibehalten zu haben. Durch eine längere Nutzung seiner Maschinen und Anlagen seien nicht nur seine Produkte auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig geblieben, dies habe auch zu einem steilen Aufschwung geführt, so der Seniorchef.

Durch die großen Investitionen in den vergangenen Jahren seien neue Arbeitsplätze entstanden. Dies sei nur möglich, wenn die Firma wettbewerbsfähig bleibe und Erträge erwirtschafte. Diese Erträge müssen jedoch im Unternehmen bleiben, damit das Eigenkapital auf einem sicheren Fundament mit dem Unternehmen wachsen könne. So ist der Firmeninhaber auch zuversichtlich, die schwere Wirtschaftskrise zu überwinden: "Das oberste gemeinsame Ziel von Geschäftsleitung und Betriebsrat ist, keine fest angestellten Mitarbeiter zu entlassen."

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