Epples Fresken

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jetzt freilegen?

FRIDINGEN (hkb) - In wenigen Tagen beginnt die große Renovierung der Fridinger Pfarrkirche. Noch sind nicht alle Detailfragen geklärt. Zum Beispiel ist noch offen, ob die Chorwandfresken von Alfons Epple, die bei der letzten Renovation 1971/72 übermalt wurden, wieder freigelegt werden sollen.

Um auch die Meinung der Bevölkerung bei den Entscheidungen zu berücksichtigen, bietet die Kirchengemeinde jetzt immer wieder öffentliche Vortragsabende an. So auch am morgen Mittwoch, 12. März, um 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Martinus.

Zum theologischen Inhalt und Sinn der Bilder wird Professor Dr. Marius Reiser von der Universität Mainz und zum künstlerischen Wert der Fresken Professor Dr. Krins aus Tübingen referieren.

Die geplante Freilegung der Fresken ist nicht unumstritten. Bereits beim letzten Vortragsabend in der Pfarrkirche teilten sich die Meinungen. Das dreiteilige Fresko an der Chorwand wurde unter dem damaligen Dekan Epple von dem aus Fridingen gebürtigen Kunstmaler Alfons Epple im Jahr 1941 geschaffen.

Bereits 1934 hatte sich Alfons Epple um die Ausführung des Auftrags beworben, bis 1941 reichte er zwölf Entwürfe ein und erhielt im Juni 1941 offiziell den Auftrag. Sein zuletzt eingereichter Entwurf, ein dreiteiliges Wandbild mit dem Thema des jüngsten Gerichts, der Wiederkunft Christi als Mittelbild, auf den Seitenbildern rechts die Gerechten und links die Verdammten, gefiel. Er wurde vom Ordinariat Rottenburg, vom Kunstverein der Diözese und dem Kirchengemeinderat gut geheißen.

Am 8. September begann Alfons Epple mit der Arbeit, zuerst malte er das große Fresko über dem Chor-bogen. Die Arbeit des Malers, der seine Heimat schon früh verließ und in Stuttgart und München studierte, stieß auf großes Interesse. Immer wieder kamen nicht nur der Pfarrer und die Kirchengemeinderäte, sondern auch Verwandte und Bekannte von Alfons Epple in die Kirche und beobachteten die Fortschritte des Malers.

Der Künstler erhielt für diese Arbeit von der Kirchengemeinde 2500 Mark Honorar, die durch Spenden und Sammlungen innerhalb der Kirchengemeinde aufgebracht wurden. Da die Spendenbereitschaft damals sehr groß war, konnten ihm großzügig noch 250 Mark Auslagenersatz übergeben werden.

Dekan Epple notierte: "Die Ausmalung der Kirche ist am 22. Dezember 1941 fertig geworden. Sie ist zur Zufriedenheit der ganzen Gemeinde ausgefallen, und die Bilder wurden am Silvesterabend feierlich eingeweiht".

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