Selbstvertrauen statt Hamburg-Komplex

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ULM - Doppel-Duell, Teil eins. Am Sonntag (15 Uhr) kommt der TV Fischbek  Phoenix Hamburg zum Punktspiel zum SSV Ulm Aliud Pharma. Das Volleyball-Bundesliga-Spiel ist der erste Teil des Doppel-Duells, denn beide Teams treffen auch im Pokalhalbfinale aufeinander. Wo dieses letztendlich angepfiffen wird, ist weiterhin unklar.

Von unserem Redakteur Jürgen T. Widmer

"Wir diskutieren, wir überlegen, aber wir haben noch keine Entscheidung." Heinz Widmaier, der Manager der Ulmer Volleyballerinnen weiß immer noch nicht, ob der Verein das Final Four am 1. und 2. Februar ausrichten soll oder nicht. Zumal am Samstag um 19 Uhr Basketball-Zweitligist ratiopharm Ulm sein Heimspiel gegen den USC Heidelberg in der Kuhberghalle austrägt, und Basketball-Manager Thomas Stoll nicht bereit ist, die Partie zu verlegen. "Das kostet uns einfach zu viele Zuschauer, wenn wir stattdessen am Nachmittag spielen", führt er durchaus verständliche Gründe an.

Doch für Widmaier sind dies ohnehin nur Planspiele. Denn solange die Finanzierung der ungefähr 20 000 Euro teuren Veranstaltung nicht gesichert ist, wird der SSV sich auch nicht als Veranstalter bewerben. Da auch von der Stadt Hamburg noch kein Signal da ist, dass sie bereit wäre das Final Four auszurichten, steht der DVV derzeit noch ohne Ausrichter da.

Für Mathias Eichinger ist der Heimvorteil ohnehin nicht so wichtig. "Ein Vorteil ist sicher, dass man nicht ewig in der Landschaft herumfahren muss, wenn man zu Hause spielt", sagt er, "aber andererseits ist der Druck daheim natürlich höher."

Derzeit beschäftigt er sich ohnehin mit dem kommenden Gegner, Phoenix Hamburg. "Das ist sicher eine extrem starke Mannschaft", warnt Eichinger. Mit Marina Chukseeva und Lidia Coumakova sorgen zwei von vier Kasachinnen für extremen Angriffsdruck. "Mit Chukseeva habe ich ein Jahr in Creglingen zusammengearbeitet. Sie ist eine echte Klassespielerin. Choumakova hätte ich gerne immer wieder verpflichtet, leider hat dies nicht geklappt", so der Coach, der auch noch vor Zuspielerin Elena de Keldibekova de Westreicher warnt.

Allen Warnungen zum Trotz will Ulm das Match natürlich gewinnen. "Ein Sieg gäbe natürlich auch Selbstvertrauen für das Pokalspiel", gibt Eichinger unumwunden zu. Wobei ihn ein Umstand optimistisch stimmt. Alle neu nach Ulm gekommenen Spielerinnen haben mit ihren Teams immer gegen Hamburg gewonnen. Für die Spielerinnen, die schon länger in Ulm sind, gilt dies bekanntlich nicht. Deshalb machte schon das Schlagwort vom "Fischbek-Komplex" die Runde.

"Ich glaube nicht an diesen Komplex", sagt Eichinger und verweist darauf, sein Team sei in guter Form. Auch wenn die zehntägige Pause nach dem Hamburg-Spiel sicher allen Akteurinnen gut tun werde. Ein Sieg gegen Hamburg auch.

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