"Sie ist die Hüterin des Erbes"

Lesedauer: 3 Min

PFULLENDORF - Mit einem feierlichen Appell wurde gestern in der Generaloberst von Fritsch-Kaserne das 40-jährige Jubiläum der Fernspählehrkompanie 200 gebührend gewürdigt. Die Feierlichkeiten dauern heute noch an.

Von unserem Redakteur Volker Knab

Die Fenspählehrkompanie wurde vor 40 Jahren von Oberstleutnant Konrad Rittmeyer - auch er war selbstverständlich beim Jubil äum zugegen - aufgebaut und hatte von 1964 bis 1997 ihren Standort in Weingarten. Seitdem ist sie der Internationalen Fernspähschule in Pfullendorf unterstellt. "Die Aufstellung dieser neuen Einheit der Aufklärungstruppe muss dabei im gesellschaftlichen und politischen Kontext gesehen werden. Es war die Hochphase des so genannten Kalten Krieges", führte der Schulkommandeur der Internationalen Fernspähschule, Oberstleutnant Wilfried Wagner, in seiner Ansprache aus. Und: Nach mehreren Strukturreformen in der Bundeswehr sei sie inzwischen die einzige verbliebene Kompanie im deutschen Heer mit diesen besonderen Fähigkeiten, sagte Wagner.

Spezielle Fähigkeiten gefragt

Die Kompanie blicke deshalb in eine hoffnungsvolle Zukunft. Als eine der zwei Aufklärungskompanien der Division Spezielle Operationen sind und würden die speziellen Fähigkeiten der Fernspählehrkompanie immer mehr gefragt sein. Den Beweis hätten die Soldaten bereits bei den verschiedensten Auslandseinsätzen erbracht."Ob in Somalia, Bosnien-Herzegowina, im Kosovo, in Mazedonien und oder auch in Afghanistan, Soldaten dieser Kompanie haben immer ihren Mann gestanden und durch fachliches Können überzeugt", so Wagner.

Diesem Lob schloss sich der stellvertretende Kommandeur der Division Spezielle Operationen, Brigadegeneral Bernd Müller, in seiner Ansprache an. Auch er erinnerte an den Aufbau der Fernspählehrkompanie und dass sie derzeit die einzige verbliebe ihrer Art im Heer ist. Müller: "Sie ist die Hüterin des Erbes". Der Generaloberst verschwieg aber nicht, dass angesichts des wachsenden Einsatzbedarfs der Division Spezielle Operationen weitere Kräfte vonnöten und daher "noch eine große Aufbauarbeit vor uns liegt".

Dem Appell schloss sich ein Platzkonzert des Heeresmusikkops Neun aus Stuttgart zugunsten der Hochwasser-Geschädigten in Deutschland an. Bei dem nachfolgenden Empfang begrüßte der amtierende Kommandeur der Fernspählehrkompanie 200, Major Heiko Sell, Ehemalige und Gäste, darunter Pfullendorfs Bürgermeister Dr. Heiko Schmid. Letzterer bekräftigte in seinem Grußwort die standfeste Verbundenheit der Stadt zur Bundeswehr.

Kommentare werden geladen