«Gläserne Frau» im Hygiene-Museum «flüchtete» auf Toilette

Lesedauer: 2 Min

Für eine historische „Gläserne Frau“ im Deutschen Hygiene-Museum Dresden endete die Flucht vor den Wassermassen in einer Toilette des Lingner-Baus. Die Figur aus den 30er Jahren sei gerettet und in dem gekachelten Raum provisorisch zwischengelagert worden, teilte das Museum mit. Dort harrte die mit Kunststoff umhüllte Figur mit Blick zur Wand aus, bis die Katastrophe vorbei war.

Den Prototyp des Gläsernen Menschen hatte der Modellbauer Franz Tschakert 1927 gefertigt. Der Gläserne Mann war 1930 die Sensation der II. Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden. Zwischen 1928 und 1945 wurden in Dresden etwa neun Gläserne Menschen hergestellt, die in der ganzen Welt gezeigt wurden. Nach 1949 entstanden 5 Pferde, 8 Kühe, 56 Männer, 68 Frauen sowie eine Schwangere. Für die Herstellung eines Exemplars waren 1800 Arbeitsstunden nötig.

Das Skelett der Gläsernen Figuren wurde aus Aluminium gegossen und die von über 40 Glühbirnen erleuchteten Organe aus Plastik gefertigt. Die Nervenbahnen und Blutgefäße wurden in einem aufwendigen Verfahren aus 0,2 Millimeter starkem Draht mit einer Gesamtlänge von über 12 Kilometern geformt. Für die EXPO 2000 in Hannover entwickelte das Museum eine zeitgenössische Version des Gläsernen Menschen, den so genannten Virtuellen Menschen.

Kommentare werden geladen