Über Heinrich Eberhard ist so gut wie nichts bekannt

Lesedauer: 4 Min

ELLWANGEN - Er muss zu seiner Zeit sehr renommiert gewesen sein: Ein Werk von ihm war immerhin im Besitz der Karlsruher Kunsthalle. Trotzdem ist über den Maler Heinrich Eberhard so gut wie nichts bekannt. Fast nur, dass er in Ellwangen geboren wurde. Auf Spurensuche hat sich Wilfried Schützmann, Geschäftsführer der Galerie Atelier 13, begeben.

Von unserer Redakteurin Beate Gralla

Auf den Namen Eberhard stieß Schützmann, als er über das Konzept für eine Ausstellung über entartete Kunst nachdachte. "Entartete Kunst" war eine gewaltige Schau betitelt, in der die Nationalsozialisten 1937 in München all' das präsentierten, was ihrer Vorstellung von "Kunst" zuwiderlief. Darunter waren praktisch alle bedeutenden Vertreter der Moderne und der Avantgarde. In Büchern über die damalige Schau der Verfemten findet sich der Hinweis auf Eberhard, dessen Bild "Vision" im ersten Raum im Erdgeschoss hing, zusammen mit Werken von George Grosz, Piet Mondrian, Oskar Schlemmer, Otto Dix, Max Ernst und Ludwig Kirchner.

"Es ist doch sehr bemerkenswert, dass in diesem Zusammenhang auf einmal ein Ellwanger auftaucht", sagt Schützmann. Dass Eberhard gemeinsam mit so bekannten Vertretern der Moderne präsentiert wurde, lässt vermuten, dass er zu seiner Zeit sehr bekannt war. Umso erstaunter war Schützmann, dass in Ellwangen über Eberhard nichts bekannt ist. Möglicherweise ist er schon früh weggezogen, was erklären würde, warum es keine Informationen über den Maler gibt.

Sicher ist nur, dass Heinrich Eberhard, Rufname Alois, am 24. Februar 1884 in Ellwangen geboren wurde und ein Schüler von Adolf Hölzl war, der eine Farbenlehre begründet hat. Zwar hat Stadtarchivar Immo Eberl in seinem Archiv weitere Eberhards gefunden, doch ob es wirklich Verwandte sind, ist ungewiss. Sein Vater könnte ein Leonhard Eberhard gewesen sein, der Maler oder Malergehilfe war, seine Mutter Rosine Gaugel, die in erster Ehe mit dem Schneider Josef Baum aus Pfahlheim verheiratet war.

Gestorben ist Heinrich Eberhard wohl in Stuttgart-Sillenbuch, wann ist aber ebenfalls nicht sicher, in einem Buch wird der 3. November 1973 als Todestag genannt, im anderen wird kein Datum erwähnt. Ebenfalls unklar ist, was aus dem Bild "Vision" geworden ist, das in München zu sehen war. Das Stilleben gilt seither als verschollen. Schützmann vermutet, dass es verbrannt wurde.

Kommentare werden geladen