Rieker kauft Schuh-Union auf

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Die Rieker Holding AG in der Schweiz hat die Schuh-Union AG mit Sitz in Zweibrücken übernommen. Der Besitzer-Wechsel hat in der Schuh-Branche für Aufsehen gesorgt, er hat aber nach Unternehmensangaben keine Auswirkungen auf die Tuttlinger Rieker-Schuh GmbH.

Die Schuh-Union AG in Zweibrücken ging 1971 aus der Fusion der Firmen Servas, Dorndorf und Remonte hervor. Wie Julius Brunner, Mitglied des Verwaltungsrates der Rieker Holding AG, gestern gegenüber dieser Zeitung erklärte, bedeutet die Übernahme der Schuh-Union für sein Unternehmen eine Erweiterung der Produktpalette. Jede der drei Firmen habe ein eigenes Markenzeichen, deshalb sei auch an eine Namensänderung nicht gedacht. Brunner: "Das macht keinen Sinn". Es solle alles so bleiben wie es ist.

Gleichzeitig stellte Brunner klar, dass nicht die Tuttlinger Rieker-Schuh GmbH die Zweibrücker Union übernommen habe, wie in der Branche mehrfach verbreitet wurde, sondern die Rieker Holding AG. Damit wurde das Zweibrücker Unternehmen genauso ein Teil der Rieker-Gruppe wie es die Tuttlinger Rieker Schuh GmbH schon seit vielen Jahren ist.

Laut Brunner ist auch nicht daran gedacht, Abteilungen zusammenzulegen. Tuttlingen sei zwar Sitz der Modellabteilung von Rieker, doch diese habe mit den Produkten der Schuh-Union nichts zu tun. Die drei Firmen Servas, Dorndorf und Remonte hätten ihre eigenen Modellabteilungen, "und daran ändert sich nichts".

In Tuttlingen beschäftigt Rieker momentan 200 Mitarbeiter. Sie sind in den Bereichen Entwicklung, Administration, EDV und Lager tätig. Die Schuhe, die in "Gänsäcker" an den Handel verschickt werden, werden vornehmlich in Tunesien, Portugal, Rumänien und in der Slowakei gefertigt. Die Lage am Schuh-Markt bezeichnet Julius Brunner als "sehr hart". Es drängten sehr viele Billigprodukte, vor allem auch aus dem fernen Osten, in die Verkaufsregale.

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