Kloster Weingarten muss schließen

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Eine offizielle Erklärung zu der Zukunft des Klosters vom Bischof beziehungsweise von der übergeordneten Benediktiner-Kongregation in Beuron steht noch aus. Intern soll allerdings eine Entscheidung gefallen sein. Die verbliebenen vier Mönche, ein fünfter ist der Pfarrei St. Marin zugeordnet, verlassen nach SZ-Informationen Weingarten und finden in anderen Benediktinerklöstern eine neue Gemeinschaft.

Wie es mit den Klosterbauten weitergeht, steht offenbar noch nicht fest. Allerdings laufen Verhandlungen mit anderen Glaubensgemeinschaften, die das historische Gemäuer übernehmen könnten. "Es gibt Glaubensgemeinschaften, die keine Nachwuchssorgen haben", heißt es dazu.

Mit dem Auszug der Benediktiner enden seit langem anhaltende Spekulationen über das Ende einer jahrhunderte alten Tradition in der Welfenstadt. Prior Basilius Sandner,vor zwei Jahren zum Oberen der Abtei Weingarten gewählt, hatte wie auch seine Vorgänger die Bemühungen um eine Rettung der Gemeinschaft intensiviert - vergeblich. Die Nachwuchssorgen ließen sich nicht bewältigen, der Wunsch, Benediktinermönche aus anderen Klöstern nach Weingarten zu holen, blieb unerfüllt.

In die Schlagzeilen geriet das Kloster Weingarten vor wenigen Jahren, als Abt Dr. Lukas Weichenrieder, 22 Jahre Leiter des Klosters, von seinem Amt zurücktrat. Offiziell "aus gesundheitlichen Gründen". In diesem Zusammenhang hob Bischof Gebhard Fürst die Bedeutung des Klosters hervor, es sei "für das kirchliche Leben in ganz Oberschwaben ein wichtiger Ort mit großer Ausstrahlung". Der Bischoff sprach damals von einer "Chance des Neuanfangs". Von der muss man wohl auch heute reden.

Von unserem RedakteurDirk Grupe

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