Lärm: Spielräume nicht ausschöpfen

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Sprichwörtlich aus der SZ hat die naturschutzpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion Gisela Splett von dem Bau des Sprengplatzes Spitalwäldle in der Albkaserne/Lager Heuberg erfahren. In einer Stellungnahme greift die Abgeordnete die Hauptbedenken nochmals auf.

Keine zwei Wochen nach Erscheinen des Artikels "Sprengplatz Spitalwald wird gebaut", vom 3. Juli in der SZ, reagierte die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen Gisela Splett, indem sie der Landesregierung neun Fragen zu dem Bauvorhaben auf dem Truppenübungsplatz Heuberg mit der Bitte um Beantwortung schickte.

Knapp drei Wochen später erhielt sie ausführlich Antwort, doch ein gewisses Maß an Ungeklärtheit blieb: "Umso mehr verwunderte uns, dass in der Stellungnahme der Landesregierung klar wurde, dass die Baumaßnahmen bereits im Oktober 2008 begonnen haben. Die umliegenden Gemeinden wurden im Vorfeld durch das Umweltministerium über die geplante Baumaßnahme informiert. Noch früher, nämlich bereits im August 2006, wurden das Regierungspräsidium Tübingen und der Landkreis Sigmaringen über den Bau informiert. Inwiefern die kommunalen Behörden frühzeitig die Bevölkerung informierten, um so Unsicherheiten und Ungereimtheiten vorzubeugen, entzieht sich unserer Kenntnis", heißt es in einer Zusammenfassung, die Gisela Splett der SZ übersandte.

Splett sorgt sich

Mit Sorge blickt die naturschutzpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion auf den Umstand, dass der Sprengplatz in einem Flora- und Faunahabitat (FFH) und Vogelschutzgebiet liegt: "In diesem wurden 3,7 Hektar Wald abgeholzt. Ausgleichsmaßnahmen sind auf dem Truppenübungsplatz Heuberg zwar vorgesehen, müssen allerdings erst bis 30.11.2018 umgesetzt sein. Insbesondere in diesem Punkt ist es wichtig, nicht bis zur Fristsetzung zu warten, sondern so schnell wie möglich den verlorenen Lebensraum für die Pflanzen und Tieren auszugleichen und nicht erst in neun Jahren."

Die Lärmbelästigung durch die geplante Ausweitung der Sprengtage von 180 auf 230 Tage im Jahr sieht Gisela Splett insofern kritisch, da Lärmbelästigung ja subjektiv sei. "Auch wenn in der zur Anwendung kommenden Lärmmanagementrichtlinie der Bundeswehr die energiereichen und daher erheblich störenden tieffrequenten Schallanteile berücksichtigt werden, ist hier Fingerspitzengefühl von Nöten, was auch bedeuten kann, die rechtlich möglichen Spielräume nicht voll auszuschöpfen", heißt es weiter aus Stuttgart.

Wissenschaftliche Begleitung

Auch beim Thema Wasser sieht man noch Verbesserungsmöglichkeiten: "Im Hinblick auf die Anforderungen des Grundwasserschutzes führte die Landesregierung aus, dass zur Beschaffenheit des Bauuntergrunds sowie zur Grund- und Abwasserthematik wissenschaftliche Gutachten erstellt wurden und deren Ergebnisse in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden in die Bauplanungen einfließen.

So ist beispielsweise der Bau eines Multibarrieresystems um die Sprenggrube vorgesehen. In Anbetracht der Schutzwürdigkeit des Gebietes sollte hier allerdings eine beständige wissenschaftliche Begleitung selbstverständlich sein."

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