Auf dem Frohberg gibt es Grund zu feiern

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EROLZHEIM - Der Gründung der Frohberg-Kapelle in Erolzheim im Jahr 1670 ist kein Wunder vorausgegangen. Aber wundersam wirkt, was sich seit 2007 dort getan hat. Damals wurde der Förderverein "Freunde der Bergkapelle Erolzheim" gegründet, um das der Mutter Gottes geweihte Kleinod zu restaurieren. Zwei Jahre später ist das Werk vollbracht.

Es gibt Dinge, die ändern sich nicht. "Gott dem Allmächtigen und seiner höchstgebenedeiten Mutter Maria zu Lob und EhrÉ", sollte die Kapelle nach dem Willen ihres Stifters wirken. Das war 1670. Heute liegt die Kapelle am gerade eröffeneten "Oberschwäbischen Pilgerweg"und strahlt, als sei sie gestern erst gebaut worden.

Dahinter steht allerdings kein Wunder, sondern viel Arbeit und Gemeinsinn. Als 2007 klar war, dass die im Illertal beliebte Kapelle dringend saniert werden muss, bildete sich ein Förderverein, um die Herkulesaufgabe zu stemmen. Innerhalb von zwei Jahren trieb er die Bausumme von ungefähr 310 000 Euro auf.

"Spenden, Zuschüsse und der Einsatz von vielen ehrenamtlichen Helfern", nennt Erich Zoller, der Vorsitzende des Fördervereins, die Geldquellen. Vor allem den 81 freiwilligen Helfern, die mehr als 2800 Arbeitsstunden leisteten zollt er Respekt. Um den ungefähr 1000 Sternen an der Kapellendecke ihren Glanz wiederzugeben, hätten beispielsweise viele Frauen tagelang auf dem Rücken liegend gemalt.

"Frauen und geländegängige Rentner", antwortet Zoller auf die Frage nach dem Gros der freiwilligen Helfer. Wer Zeit hatte, packte an. Die der "Schmerzhaften Mutter Gottes" geweihte Kapelle ist für Erolzheim mehr als nur ein schön gelegenes Bauwerk. "Die Erolzheimer identifizieren sich sehr damit", freut sich Zoller.

Die beliebte Wallfahrtskapelle hatte Hilfe aber auch dringend nötig. Der Dachstuhl war verrottet. "Der kleine Turm wäre wohl innerhalb der kommenden drei Jahre eingefallen, sagten die Zimmerleute", erinnert sich Zoller. Die Firma Hörz lieferte einen neuen Glockenstuhl und ein elektronisches Läutwerk. Jetzt können die drei Glocken wieder pünktlich schlagen und zum Gebet rufen. Auf dem Dachboden fanden sich noch Bilder aus dem 16. Jahrhundert, die gereinigt werden mussten. Innen und außen wurde gereinigt und gepinselt, was das Zeug hält. Kurz: Die Arbeit schien nicht auszugehen.

Weihbischof Renz kommt

Jetzt ist es fast geschafft. Mehr als 100 000 Euro an Spenden sammelten die Helfer ein. Die Denkmalpflege gab 84 000 Euro dazu, 80 000 Euro kamen von Kirchenseite und die weltliche Gemeinde legte 10 000 Euro drauf.

An diesem Wochenende sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Am Sonntag, 30. August, findet dann um 10 Uhr eine Eucharistiefeier mit Segnung der renovierten Kapelle statt. Die Predigt hält Weihbischof Thomas Maria Renz.

Dann ist das "kleine Wunder von Erolzheim" perfekt. Von der Kapelle aus werden die Besucher dann jenen Blick genießen, den der Erolzheimer Chronist Bär um 1800 so beschrieb: "Wer einmal auf dem Berg gestanden, hinausgeblickt in weite Fern, nur der erst tief und wahr erkennet, dass man mit Recht ihn Frohberg nennet." Es gibt Dinge, die ändern sich nie.

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