Ehrenbürger Erich Karl stirbt mit 85 Jahren

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SCHELKLINGEN (sz/jps)- Schelklingen trauert um seinen Ehrenbürger Erich Karl. Er starb im Alter von 85 Jahren. Karl war Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, 25 Jahre lang stellvertretender Bürgermeister und hatte zahlreiche weitere Ehrenämter inne. Beruflich war Karl als "Mister Mefa" in der Stadt bekannt.

Er verlasse den Gemeinderat mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Erich Karl tat sich durchaus mit der Entscheidung schwer, seine Arbeit im Stadtparlament zu beenden und erwähnte die schwierige Finanzsituation der Stadt und den "Reibungsverlust" im Gemeinderat. Worte, die von heute stammen könnten. Karl sprach sie 1994. Da machte er nach 33 Jahren Schluss als politischer Entscheidungsträger, 25 davon als stellvertretender Bürgermeister.

Mit Erich Karl verliert die Stadt nicht nur einen Ehrenbürger, sondern einen Mann, "dessen Wissen gefragt war", wie es der zweite stellvertretende Bürgermeister, Reiner Blumentritt, gestern formulierte.

1950 war Karl nach Schelklingen zur damaligen Metallwarenfabrik (Mefa) gekommen. Stück für Stück arbeitete er sich dort nach oben. Am Ende war er als Geschäftsführer nicht nur zuständig für rund 400 Mitarbeiter, sondern galt auch als "Mister Mefa". Einen Posten, den er bis in die 90er Jahre inne hatte - und auch danach nicht losließ: "Er musste noch auf seine alten Tage zum Rapport nach London", berichtet Blumentritt über die Zeit nach der britischen Mefa-Übernahme.

Erich Karl hatte darüber hinaus zahlreiche weitere Ehrenämter inne: So war er unter anderem Vorsitzender des Schelklinger Gewerbevereins, Vorstandsmitglied im AOK-Landesverband, Prüfer für die Industrie- und Handelskammer, Beiratsmitglied im Verband der Metallindustrie, Fußballabteilungsleiter beim TSV Schelklingen sowie stellvertretender Vorsitzender der Narrenzunft und der Museumsgesellschaft. Bei Letzterer machte er erst im Frühjahr 2008 Schluss mit dem zweiten Vorsitz.

Ab 1971 im Gemeinderat

Politisch betrat Karl 1971 die Schelklinger Bühne. Für die Freien Wähler wurde er in den Gemeinderat gewählt. Im Zuge der Eingemeindung der Umlandorte kandidierte er in der Folge auf der gemeinsamen Liste von Freien Wählern und CDU und kam später zu den Christdemokraten. 1979 übernahm Karl unter Bürgermeister Rudolf Stützle das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters.

Erich Karl wird am Mittwoch um 13.30 Uhr in Schelklingen beerdigt.

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