Center Parcs hofft auf Unterstützung

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Ganz entscheidend dafür, dass diese Pläne realisiert werden können, sind aus Sicht von Jan Janssen, Entwicklungsdirektor von Center Parcs, vor allem ein überzeugendes Votum beim erforderlichen Bürgerentscheid Ende September und die umfassende Unterstützung des Projektes nicht nur durch die Stadt Leutkirch, sondern auch durch den Landkreis, das Regierungspräsidium und das Land.

Für Center Parcs sprächen mehrere Gründe dafür, einen Ferienpark vor den Toren der Stadt Leutkirch zu realisieren. Diese Region gehöre zu den kaufkraftstärksten in Deutschland, Leutkirch sei von drei Hauptzielgebieten (Alpen, Bodensee und Schwarzwald) des Tourismus in Deutschland umgeben, das Einzugsgebiet umfasse neben Deutschland insbesondere auch die Schweiz, Italien, Frankreich und Österreich, sagte Janssen.

Center Parcs sieht in Leutkirch Gesamtinvestitionen von 280 Millionen Euro (Phase eins) und im nächsten Schritt bis 350 Millionen Euro vor. Zahlreiche kleine und mittelständische Betriebe profitierten bereits in der Startphase durch Aufträge von dem Projekt. Center Parcs glaubt damit schon in der Bauphase positive wirtschaftliche Effekte für die Region wie beispielsweise Bindung zusätzlicher Kaufkraft oder die Sicherung bestehender Arbeitsplätze zu schaffen. Dies wiederum habe positive Auswirkungen auf die öffentlichen Haushalte: So stiegen Gewerbe- und der kommunale Anteil an der Einkommenssteuer.

In der Ferienanlage sollen dauerhaft etwa 800 Arbeitsplätze (Voll-Teilzeit) geschaffen werden. Center Parcs legt großen Wert auf die Qualifikation der eigenen Beschäftigten und möchte damit einen positiven Beitrag zur Ausbildungssituation leisten. Durch einen Ferienpark werde Kaufkraft aus ganz Deutschland sowie aus der Schweiz, Italien, Frankreich und Österreich ins Allgäu geleitet, so Janssen. Die Planer des Feriendorfes sind auch überzeugt, mit etwa einer Million zusätzlicher Übernachtungen maßgeblich zu einer weiteren Stärkung der Tourismuswirtschaft in Leutkirch beitragen zu können. Mehr Tourismus führe auch zu Konsum außerhalb des Center Parcs und komme dadurch der ortsansässigen Gastronomie und den Geschäftsleuten zugute.

Center Parcs will auf dem etwa 180 Hektar großen Gelände im Urlauer Tann eine komplette Kampfmittelbeseitigung vornehmen lassen, um mögliche Überreste des Munitionsdepots aufzufinden und zu beseitigen. Zudem ist geplant, auf dem gesamten Gebiet die Altlasten wegzuschaffen. 102 Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg sowie ein Teil der 156 Bunker, die nach dieser Zeit gebaut wurden, sollen entfernt werden. Die Kosten für diese komplette „Entmilitarisierung“ bezifferte Jannssen nehmen auf etwa fünf Millionen Euro.

Wie an anderen Standorten plant Center Parcs auch in Leutkirch eine klimaschonende und ökologisch nachhaltige Ferienanlage. „Eingriffe in die Landschaft werden bei Bau und Betrieb minimiert“, verspricht das Unternehmen.

Der Chefbiologe des Konzerns, Jean Henkens, leitete mit bunten Bildern „durch die grüne Welt von bestehenden Center Parcs. Dabei erfuhren der Gemeinderat und die vielen Zuhörer an diesem Abend auch, dass in jedem neuen Feriendorf etwa 500000 neue Bäume und Pflanzen entstehen.

Zu Beginn der Gemeinderatssitzung hatte OB Hans-Jörg Henle von einer „einmaligen Zukunftschance für Leutkirch“ gesprochen. „Wir brauchen eine verträgliche Nutzung des Muna-Geländes, die von einer breitren Basis in der Bevölkerung getragen wird“, forderte der OB.

Die Klenk AG, viele Monate lang als Investor im Urlauer Tann im Gespräch, habe, wie etliche andere Unternehmen, unter der weltweiten Wirtschaftskrise zu leiden und könne deshalb seine Großsägewerk-Investion bei Urlau zurzeit nicht realisieren. Die Ferienpark-Pläne von Center Parcs, so Henle weiter, fänden im Umkreis von Leutkirch bisher große Zustimmung. Aus Isny, Altusried und Wangen kämen aus den Rathäusern jedenfalls keinerlei Einwände.

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