Andreas Rebers hüllt böse Satire in Musik

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Ist zwar noch gut zwei Monate hin, vormerken sollte man sich diesen Termin aber trotzdem schon mal: Der bitterböse Musikkabarettist Andreas Rebers gastiert am Samstag, 12. September, im Markdorfer Theaterstadel. Er präsentiert sein aktuelles Programm "Auf der Flucht".

Wenn Kabarett-Legende und Scheibenwischer-Erfinder Dieter Hildebrandt über einen Satirikerkollegen sagt, er sei eine "Jahrhundertentdeckung", dann ist das ein Ritterschlag und das größte Kompliment, dass einer vom Kaliber Hildebrandts machen kann. Aber Andreas Rebers wird dem Schulterklopfer gerecht: Böse wie kein anderer nimmt er gesellschaftliche und politische Trends aufs Korn, lotet mit irrem Blick die Grenzen des Geschmacks aus, wenn es um Terror geht, und packt alles in Kurt Weill-artige Klänge, die er aus seinem Akkordeon lockt. Dafür hat er zu Recht den Deutschen Kleinkunstpreis 2007 den Salzburger Stier 2006 und den Prix Pantheon abgeräumt. Mit einer ironisch erhobenen Augenbraue heißt es in einer Vorschau: "Er gilt mittlerweile als der Florian Silbereisen der Deutschen Fernsehsatire und die Datensätze seiner Homepage wurden sogar vom Pentagon, der CIA und der Hamas heruntergeladen." Und dann sei da noch diese Vergangenheit: sein Migrationshintergrund. Rebers sei nämlich ein Schlesier, der in Niedersachsen aufgewachsen ist und versucht, sich in Bayern zu integrieren. Da drängen sich wichtige Fragen auf. Wer kommt rein und wer fliegt raus? Was macht die Welt mit Osama bin Laden, aber ohne George Bush? Wann ist man zu Hause und wann auf der Flucht? Rebers wird alle ungestellten Fragen beantworten - verbal radikal und exemplarisch musikalisch.

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