40 Kilometer führt die Wallfahrt auf den Bussen

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Am vergangenen Freitag hat die Kirchengemeinde Mietingen erstmals zu einer Fußwallfahrt eingeladen. Ziel war der Heilige Berg Oberschwabens, der Bussen. 20 Frauen und Männer trauten sich diese große Strecke von fast 40 Kilometer zu. Das Fazit aller Teilnehmer war: "Es war anstrengend, aber schön."

Fast immer auf Nebenwegen, den Bussen oft in Sicht, die herrliche Landschaft wahrnehmend und bei schönstem Wetter, näherte man sich dem Ziel. Die erste Rast war in Schemmerhofen beim Käppele. Schweigen, sich seinen Gedanken hingeben und für das Gute in der Welt beten, war für die anschließende Etappe bis zum Grafenwald die Losung.

Ein Höhepunkt dieser Wallfahrt war nach sieben Stunden anstrengendem Wandern die Rastpause in Uttenweiler. Zielgerichtet gingen die Baltringer Teilnehmer auf das Uttenweiler Pfarrhaus zu und klingelten an der Pforte. Der dortige Pfarrer Manfred Rehm, aus Baltringen stammend, war komplett überrascht, als er die Wallfahrergruppe aus Mietingen sah: "Ja wo kommed denn ihr her? Ja, isch des a Freud, dass Ihr me b'suched." Bei der Rastpause vor der Kirchenpforte gab es dann noch ein Gläschen Sekt vom Pfarrer zur Stärkung für die letzte Etappe. Nach weiteren anderthalb Stunden erreichte die Gruppe dann endlich ihr Ziel, die höchste Erhebung Oberschwabens, den Bussen mit seiner Wallfahrtskirche "Zur schmerz-haften Muttergottes".

Die Mietinger knüpften mit ihrer Wallfahrt dabei an eine uralte Tradition an, denn seit Menschengedenken pilgern Leute aus nah und fern mit ihren Anliegen und Sorgen zum Bussen. Dieser tief christliche Sinn war den Initiatoren dieser spirituellen Wanderung - Maria Göhring, Ingrid Lauber und Adelheid Epple - ganz besonders wichtig. Mit meditativen Texten und Liedern wurde die Wanderung in Mietingen bei der Lourdesgrotte begonnen und in der Wallfahrtskirche auf dem Bussen beendet. Die Wallfahrer erfuhren im Rahmen der Schlussandacht vieles zur Geschichte der Bussenkirche. Pilgerer wandten sich beispielsweise bei Kinderlosigkeit mit dem Wunsch nach einem "Bussen-Kindle" an die Mutter Gottes. Als Kompliment und gleichzeitige Aufforderung an das Veranstaltungsteam sagte ein Teilnehmer daher: "Lasst uns ein Bussenkindle mitnehmen, in der Form, dass wir wieder mal so eine Fußwallfahrt zusammen machen."

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