Schnellste ist die Langsamste

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Sie ist einmal quer durch die ganze Republik gefahren um in Lindau dabei zu sein: Haide Klüglein aus Flensburg. Die 70-Jährige ist die älteste Schwimmerin in der Mastersklasse und sie hat eine besondere Eigenart: Sie misst - egal wo sie schwimmt - die offiziell genannten Wassertemperaturen nach. Auch in Lindau.

Knapp Tausend Kilometer ist sie gefahren, um fünf Kilometer durch den Bodensee zu schwimmen. Haide Klüglein schwimmt in der Mastersklasse und ist in ihrer Leistungsklasse die einzige Frau, die heute an den Start geht. "Dadurch bin ich von vornherein gleichzeitig die schnellste und auch die langsamste Schwimmerin. Ich kann nur Erste werden, aber nach mir kommt niemand mehr in der Wertung", betont sie. Allerdings muss sie, um gewertet zu werden, in der Richtzeit von zweieinhalb Stunden bleiben. Trödeln ist also nicht angesagt.

Dabei hat sie doch unterwegs etwas zu tun: Klüglein misst, wann immer sie einen Wettkampf schwimmt, die offizielle Wassertemperatur mit einem Babythermometer nach, das sie beim Schwimmen immer dabei hat. Warum macht sie das? "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", lacht sie. "Die Masters haben im Wettkampf eine Mindesttemperatur von 18 Grad, unter der sie auf keinen Fall schwimmen sollen. Ist das Wasser kälter, dann schwimme ich nicht. Und deshalb will ich die Wassertemperatur genau wissen." Am ersten Wettkampftag bei den Deutschen Meisterschaften hat sie an fünf Stellen nachgemessen und fand das Wasser über ein Grad wärmer als die offiziell genannten 18,5 Grad vor. "Allerdings ist mein Thermometer nicht geeicht. Das ist rein für mich zur Beruhigung."

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