Norwegisches Drama siegt beim 20. Emder Filmfest

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Das norwegische Drama „Troubled Water“ um den Tod eines Kindes hat am Sonntag den mit 10 000 Euro dotierten Bernhard Wicki Preis beim 20. Filmfest Emden-Norderney gewonnen.

Der in deutscher Erstaufführung gezeigte Film (Regie: Erik Poppe) beleuchtete die Fragen nach Schuld, Sühne und Vergebung aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Der zweite Preis (3000 Euro) ging an die farbenprächtige und teils im Bollywood-Stil gedrehte Komödie „Salami Aleikum“ (Regie: Ali Samadi Ahadi) um die Abenteuer eines iranischen Schlachtersohnes. Er verliebt sich in einem ostdeutschen Dorf in eine ehemalige Kugelstoßerin.

Die Begegnung von Tausendundeiner Nacht mit dem real stillgelegten Sozialismus wurde vom Publikum begeistert gefeiert. „Salami Aleikum“ gewann auch den mit 5000 Euro dotierten NDR-Filmpreis für den Nachwuchs. Auf den dritten Platz (2000 Euro) kam der britische Film „Hunger“ (Regie: Steve McQueen) über IRA-Gefangene. Insgesamt waren für den Bernhard Wicki-Publikumspreis 15 Filme aus Europa nominiert.

Mit dem ungewöhnlichen dokumentarischen Roadmovie „Deutschland nervt“ ging der DGB-Filmpreis (5000 Euro) an den ostfriesischen Regisseur Hans-Erich Viet. Um zu sehen, „wie die deutsche Seele tickt“, hatte er auf einer Reise von Norderney bis in die Alpen eine Geleebananenfabrik besucht, deutsche Soldaten im Kosovo gefilmt und die Cousine von Graf Stauffenberg interviewt. Der DGB-Filmpreis wird für gesellschaftlich in besonderer Weise engagierte Filme gegeben.

Bereits am Freitag hatte die Jury den mit 15 000 Euro dotierten Drehbuchpreis dem in den Niederlanden lebenden Autor Sönke Andresen zugesprochen. In seiner Gesellschafts-Farce „Dustbuster“ beschreibt er den Irrsinn der Konsum- und Medienwelt und erzählt die Geschichte zwischen einem Rentner und dem Haushaltsgerät seiner Frau, urteilte die Jury. Sie hatte den Preis aus 99 anonym eingereichten Drehbüchern ausgewählt.

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