15-Jähriger Biberacher hält künftig Robinhos Schüsse

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Fans und Spieler von Manchester City halten viel von deutschen Torhütern. Immerhin haben sie einem ein Denkmal gebaut: Bernd Trautmann sicherte der Mannschaft 1956 den FA-Cup - mit einem gebrochenen Genick. Bald könnte wieder ein Deutscher, ein Biberacher, zwischen den Pfosten der Profis stehen: Loris Karius spielt ab dem 1. Juli für die U18-Mannschaft von Manchester.

Der Junge ist mit Talent gesegnet. Nicht umsonst dirigiert er aus seinem 16-Meter-Raum die U16-Nationalmannschaft und zählt auch in der Jugend des VFB Stuttgart zu einer festen Größe. Ein Talent, das nicht nur in Deutschland bekannt ist. Die Nationalmannschaft ist für ihn auch eine Bühne. "Die Talentsucher ausländischer Vereine schauen sich diese Spiele oft an", sagt der 15-Jährige.

VfB bekommt 30 000 Euro

Die Angebote kamen zur passenden Zeit. Denn einen Vertrag dürfen die Spieler erst ab 16 Jahren unterschreiben, sagt der 15-Jährige. So muss City den Torwart nicht herauskaufen, der VfB erhält lediglich die gültige Ausbildungspauschale von rund 30 000 Euro. So flatterten die Offerten in seinen Briefkästen. Fast alles gute Angebote, wie er sagt. "Ich hätte auch nach Liverpool und Hoffenheim gehen können."

Aber Manchester City bot von allen die beste Perspektive. Mit hörbarer Freude in der Stimme erzählt Karius, dass er dreimal die Woche mit den Profis trainert. Dann haut ihm Superstar Robinho die Bälle um die Ohren. Seine Hauptaufgabe ist aber die U18-Mannschaft, die die Youth Academy-League mit deutlichem Vorsprung anführt. Bis zum Profi-Stammplatz muss er "nur" noch die Reserve durchlaufen.

Das Jugendteam ist international. Neben einem Spieler aus Schalke trainiert er bald mit Spielern aus ganz Europa zusammen. Um sich schnell in das englische Lebensgefühl einzuleben, wird Karius in einer Gastfamilie leben. Außerdem helfen spezielle Lehrer, sich in der Schule einzugewöhnen.

Trotz der angebotenen Unterstützung fiel es ihm nicht leicht, Stuttgart zu verlassen. "Der VfB ist ein Superverein. Ich musste lange überlegen." Seine Mutter Christine Karius freut sich über die Entscheidung ihres Sohnes: "Das ist sein Traum. Ein bisschen Heimweh ist dann nicht schlimm." Auch sie wird ihn vermissen: "Aber von Stuttgart aus sind es nur anderthalb Stunden Flug."

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