AVS liefert Stromaggregate an die Soldaten in Afghanistan

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STETTEN - Die Firma Aggregatebau Vertrieb und Service in Stetten gehört zu den fünf größten Aggregateherstellern in Deutschland und hat mit der Fabrikation von Blockheizkraftwerken ein zweites Standbein. Am Samstag haben Ehinger Vertreter von Bündnis 90/Grüne das Werk besichtigt.

Juniorchef Steffen Herrmann sagte bei der Vorstellung des Unternehmens: "Wir machen alles rund um unser Produkt selbst und finden für jeden Kunden die beste individuelle Lösung." 650 Strom-Aggregate hat AVS in Stetten im Jahr 2008 hergestellt - für Krankenhäuser, Stadtwerke, Bundeswehr, THW, Kommunen, die Deutsche Bahn und Kies- und Schotterwerke. Die beschäftigt 80 Mitarbeiter. "Die meisten dieser Stromaggregate müssen rund um die Uhr versorgt werden können. In den größten Camps der Bundeswehr in Afghanistan sind 15 Mega-Watt im Einsatz", erklärte Steffen Herrmann seinen Gästen.

"Für Blockheizkraftwerke mit verschiedenen Heizstoffen gibt es ganz klare Module, da muss jede Schraube stimmen. Unsere Typen haben eine Leistung von 50 Kilowatt bis 360 Kilowatt. Auf den Zug mit dem Pflanzenöl sind wir relativ spät aufgesprungen,. Der Boom ist allerdings schon wieder vorbei, weil die Preise so hoch sind", so Herrmann. Rund 90 Prozent der Blockheizkraftwerke verkaufe das Unternehmen in Deutschland. Somit sei man nicht so stark vom Export abhängig. Herrmann fügte hinzu: "Nur Ausliefern bringt nichts, der Service muss ebenfalls gewährleistet sein."

Gemeinderätin Angela Scheffold fragte: "Blockheizkraftwerke mit Pflanzenöl? Kommen Sie mit den Standards klar?" Der Juniorchef antwortete, dass Sojaöl sei ungeeignet, weil dies die Motoren nicht lange aushielten. Am besten wäre Rapsöl geeignet.

Seniorchef Heinz Herrmann berichtete, dass der Standort Stetten Zufall sei. Nachdem eine Wuppertaler Firma, für die er in Munderkingen Aggregate gebaut hatte, aufgelöst wurde, holte ihn Willi Messmer 1985 nach Stetten. "Der Standort hat sich im nachhinein als ideal erwiesen, obwohl ich anfangs lieber nach Munderkingen gegangen wäre", so Heinz Herrmann.

Kraftwerke sind umrüstbar

Robert Fischer von der Abteilung Produktmanagement und Marketing erläuterte das neue Kraft-Wärme-Koppelungs-Gesetz, das seit 2009 in Kraft ist, sowie Primärenergieeinsparungen bei verschiedenen Kilowatt-Stärken. "Blockheizkraftwerke können grundsätzlich von Erdgas auf Biogas umgerüstet werden", antwortete Fischer auf eine entsprechende Frage von Kreisrätin Brigitte Schmid.

Anschließend führte Geschäftsführer Benedikt Messmer die Delegation der Grünen durch das 5000 Quadratmeter große Produktionsareal, auf dem auch jährlich drei neu eingestellte Lehrlinge arbeiten.

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