Ellwangen hat einen Sinatra

Lesedauer: 3 Min

Schon Tradition hat die Veranstaltung "Heißer Jazz zum Kalten Markt" im Gasthaus Roter Ochsen, die unter den Fittichen von Dr. Hans-Peter Haas blüht und immer ausverkauft ist. So auch heuer mit dem "Ellwanger Jazz-Orchestra" und dem Quintett "Jazz-Hoch-Drive".

Der Frank Sinatra von Ellwangen heißt Franz Garlik und kommt aus München. Das Multitalent mit Stimme, Trompete und Takt (ohne Stock) sorgte für heißen Rhythmus zum Auftakt des Kalten Markts in Ellwangen. Er hat auf wirklich unnachahmliche Weise seine Leute im Griff, ohne große Gesten, lediglich mit Blickkontakt und Kopfnicken. Er hält sich bewusst und bescheiden zurück, lässt ganz die Musik und ihre Interpreten wirken.

Die frische, gerade noch rechtzeitig gegründete Jazzinitiative Ellwangen feierte mit ihrem "Ellwanger Jazz-Orchestra" unter der Leitung von Garlik Einstand im "Roten Ochsen".

Der volle Sound der Bigband lässt kaum ahnen, dass es diese Zusammenstellung erst seit ein paar Wochen gibt. Mit der Sängerin Tanja Gold, in Ellwangen und Umgebung bereits mit großer Fangemeinde, fand sich auch eine weibliche Stimme, die den Klangkörper vortrefflich ergänzt und vervollständigt. Fast sprengte die umfangreiche Band den Rahmen der Gaststätte, was Platz und Lautstärke anging. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie auch ein wesentlich größeres Publikum unterhalten kann, als in den "Roten Ochsen" reinpasst.

Als Ergänzung reiste Garlik mit seiner herausragenden Combo an. "Jazz-Hoch-Drive" besteht aus fünf geehrten Musikern, richtigen Preisabsahnern, die das Publikum im Wechsel mit der Bigband in Schwung brachten. Hubert Winter aus Nürnberg am Saxofon, Andreas Kissenbeck aus Würzburg an den Keyboards, Gunther Rissmann aus Nürnberg am Bass und Joachim Leyh, ebenfalls aus Nürnberg, am Schlagzeug ergänzte Franz Garlik höchstpersönlich mit Flügelhorn, Trompete und Stimme auf das Vortrefflichste.

Ob nun Bananencreme-Suppe mit Chili oder Kutteln mit Bratkartoffeln - über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Einig war man sich beim Musikprogramm: Die heißen Jazztöne machten wieder Lust auf den Kalten Markt, zauberten Lächeln in die Gesichter und Zucken in die Beine.

Kommentare werden geladen