Schubart kehrt zurück - wenn auch nur als Kopie

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AALEN - Bald soll der Bahnhofsplatz soll in neuem Glanz erstrahlen. Alten Glanz wird dem Platz das Schubart-Denkmal verleihen. Damit kehrt die - vermeintlich alte - Dichterbüste nach eine langen Odyssee an ihren ursprünglichen Platz zurück. Doch was da zurückkehrt, ist beileibe nicht das Original.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Bernklau

"Hoch lebe unser Schubart." 1891 hallen diese Rufe zuhauf durch die Straßen Aalens. Das Denkmal des Komponisten, Literaten und Journalisten schmückt von diesem Jahr an den schmucken und repräsentativen Bahnhofsplatz, das Gesicht Aalens für viele Reisende. Repräsentative Gebäude - unter anderem das inzwischen nicht mehr vorhandene Hotel "Harmonie" - verbreiten auf dem Platz ein Hauch von Großstadtflair.

"Was passt zu diesem Flair besser als ein repräsentatives Denkmal eines Mannes, der sich um Aalen verdient gemacht hat", fragen sich einige Bürger. Es gründet sich auf Initiative von Wilhelm Jakob Schweiker ein "Schubart-Verein", der sich für die Anfertigung eines solchen Standbildes stark macht. Und es findet sich in Ernst Curfeß ein Bildhauer, der sich bereiterklärt, eine solche Statue in Bronze anzufertigen - und das völlig ohne Entgelt.

Vierzig Jahre steht der Dichterkopf an seinem umzäunten Sockel mitten auf dem Bahnhofsplatz, dann wird er den Stadtherren lästig. Er sei schlicht ein Verkehrshindernis in der stetig wachsenden Stadt. Er wird zu den Anlagen an der Bohlschule gebracht und dort am 28.Oktober 1931 aufgestellt.

Doch der Krieg macht dem Original-Curfeß-Denkmal den Garaus. Zu wertvoll ist sein Material. Die Büste wird kurzerhand eingeschmolzen. Nur noch ein teerverschmierter Sockel erinnert nach Kriegsende an die Schubartbüste.

Die Stadt aber hängt an ihrem Schubart. Doch das Original und die Originalform sind unwiederbringlich verloren. Nur noch Reste eine Gipsabdruckes, Fotos und Kopien des Denkmals geben Anhaltspunkte für eine neue Büste.

Die Stadt beauftragt den Bildhauer Hugo Buchner, einen Entwurf einer neuen Büste, die mit der Originalbüste möglichst identisch ist, anzufertigen. Der Entwurf gefällt, und am 26.März 1950 erklimmt der zweite Schubart seinen Sockel. Aber immer noch am Platz an der Bohlschule.

Im Herbst kehrt Schubart - wenn auch "nur" als Kopie - an seinen ursprünglichen Platz zurück.

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