Wenn das Schmatzen beim Singen stört

Lesedauer: 3 Min

Ein lang anhaltender Beifall krönte das konzertante Ereignis, mit viel Schalk moderiert von Angelika Hermann, einer Urenkelin der Urgroßmutter, die wiederum von Busch eine Cousine war.

In witzigen Versen holte sie die in der Stadthalle bereits herzhaft an der Witwe-Bolte-Lukullustheke zugreifenden Gäste zurück an die Tische: "Die Bewirtung wird jetzt aufgehört, das Schmatzen bei dem Singen stört." Dort gab es ein verführerisches, zehn Meter langes Buffet, gefüllt mit Max-und-Moritz-Köpfen, mit und ohne den typischen Haarschopf gebacken, die pikanten Witwe-Bolte-Hähnchenschlegel, Schwarzbrot mit Nagelholz, einer gerauchten Schinkenspezialität, Mamsell-Schmöle-Stullen und viele andere Leckereien, liebevoll kreiert von den Frauen des Chors.

Moderatorin Hermann stellte sich und die übrigen Mitwirkenden mit eigenen Busch-Versen vor: "Angelika begrüßt mit Wonne hier, die Virtuosin Andrea Ringendahl am Klavier. Und als Dirigenten holl'mer, von der Musikschul' Uli Vollmer." Talentiert begleitete sie durch das Konzert mit lustigen Anekdoten, biografischen Daten und Versen von Wilhelm Busch.

Die 19 Sänger des kleinen Chors begannen mit dem drei Streich von Max und Moritz. So sägen Max und Moritz in diesem Streich frech und hinterlistig "gar nicht träge, heimlich mit der Säge, ritzeratze voller Tücke, in die Brücke eine Lücke". Zur Untermalung gab es auf der Leinwand Federzeichnungen von Busch.

Der Männerchor sang aus den Geschichten "Der Narr", "der Schadenfrohe" und "der Unentbehrliche", die Frauen legten drei Wilhelm-Busch-Lieder nach, von Onkel Kaspers roter Nase, vom Trinken und der entfliehenden Zeit.

Der Gesamtchor mit etwa 60 Sängern brachte die Mamsell-Schmöle-Geschichte über Frauen und die Moral sowie eine vierteilige "Wilhelm-Busch-Madrigale".

Nach der lukullischen Pause traten die Kinder des Kinderchors mit Margit Koch-Schmidt und das Instrumentalensemble der Musikschule Raumschaft Markdorf, Leitung Johannes Eckmann, mit auf die Bühne. Zuerst präsentierte der Gesamtchor witzige Verse von "Hund und Katze". Es folgte der musikalische Höhepunkt des Abends mit den 20 kleinen Kindern und köstlichen Texten von "Plisch und Plum".

Uli Vollmer als Lehrer Haberstroh begab sich gar am Ende selbst ans Rednerpult und gab noch ein paar lustige, doch strenge Ratschläge aus der Wilhelm-Busch-Schule mit auf den Nachhauseweg.

Kommentare werden geladen