Jetzt fließt der Kraftstoff offiziell nach Leipheim

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LAUCHHEIM-RÖTTINGEN - Die NATO-Pipeline Aalen-Leipheim ist gestern im Tanklager Aalen auf der Röttinger Höhe symbolisch in Betrieb genommen worden. 29 Jahre sind seit Projektbeginn verstrichen, jetzt kann der Kraftstoff fließen. Der Abschnitt Aalen-Leipheim ist der jüngste im zentraleuropäischen Pipelinesystem der NATO.

Von unserer Redakteurin Caroline Faltus

Warum es so lange gedauert hat, bis die 80,5 Kilometer lange Pipeline Aalen-Leipheim fertig war, hat verschiedene Gründe. "In der Vergangenheit gab es Probleme mit der Finanzierung", nennt Matthias Marks, leitender Baudirektor des staatlichen Hochbauamts Reutlingen, einen davon. Außerdem sei zu Beginn des Projekts die Betriebserlaubnis der Trasse Kehl-Tübingen ausgelaufen. "Es machte erst Sinn, den süddeutschen Raum weiter zu vernetzen, als die Trasse erneuert wurde."

Kosten: 29 Millionen Euro

Im Jahr 2004 konnte schließlich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Gestern haben Götz-Friedrich Baron von der Ropp, Präsident der Wehrbereichsleitung Süd, und Ministerialrat Horst Saal, Geschäftsführer der Fernleitungs-Betriebsgesellschaft (FBG), den Hahn aufgedreht. Die Kosten für den Teilabschnitt Aalen-Leipheim belaufen sich auf 29 Millionen Euro. Wie viel der Bund und wie viel die NATO übernimmt, sei aber noch nicht vollständig geklärt, so Saal.

Das zentraleuropäische Pipelinesystem (CEPS) der NATO versorgt ganz Europa inklusive der Türkei mit Treibstoffen. "Mit rund 5500 Kilometern Rohrleitung ist es das längste Versorgungsnetz", bemerkt Baron von der Ropp. CEPS erstreckt sich auf Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und die Niederlande und verbindet Tanklager, Luftwaffenbasen, Flughäfen, Pumpstationen und Raffinerien miteinander. Mit Inbetriebnahme des Abschnitts Aalen-Leipheim ist nun die unmittelbare Versorgung der militärischen Flughäfen Landsberg und Lechfeld aus dem CEPS sichergestellt. Die FBG habe allerdings auch zivile Kunden, wie der Geschäftsführer betont.

Für die Region bedeutet die Inbetriebnahme der NATO-Pipeline, die sich auf baden-württembergischer Seite von Röttingen bis Nördlingen zieht, vor allem eines: Sicherheit. "Jetzt können wir auf Gefahrenguttransporte auf den Straßen verzichten", erklärt Baron von der Ropp. Was das für Natur und Umwelt bedeute, könne man sich denken.

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