Hilferuf von Valenti: Rekord-Eishockey-Torjägerin leidet an MS

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„Bin in einer echt blöden finanziellen Situation und versuche deswegen Hilfe zu bekommen. Wenn ich ehrlich bin, krebse ich von Monat zu Monat gerade so vor mich hin“, schrieb die Mannheimerin in einer E-Mail an den Verband, die dieser nun veröffentlicht hat. Der DEB wird Bilder der Künstlerin im Rahmen des Deutschland-Cups vom 7. bis 9. November in Mannheim ausstellen und hat der Olympia-Teilnehmerin von Salt Lake City 2002 weitere Hilfe zugesagt. Valenti hat in 164 Länderspielen 86 Tore und 64 Assists erzielt, sie nahm an fünf Welt- und vier Europameisterschaften teil.

1998 trainierte sie vier Wochen mit den Männern der Eisbären Berlin und hatte einen 44 Sekunden langen Einsatz im Testspiel gegen die Kassel Huskies. „Leider häuften sich nach der Olympia-Teilnahme 2002 meine Stolperattacken, so dass ich 2004 nicht mehr im A-Kader stand“, sagte Valenti.

Im Mai 2006 erhielt sie die Diagnose, dass sie an der unheilbaren chronischen Erkrankung des zentralen Nervensystems leidet. Die frühere Spielerin des EV Ravensburg, EHC Freiburg, ERC Mannheim, die auch in der Kanada und in der Schweiz dem Puck nachjagte, beendete ihre Karriere auf dem Eis sowie als Trainerin. A uch ihre Beschäftigung in einem Fitnessstudio hat Valenti mittlerweile aufgeben müssen, „weil ich einfach nicht mehr mit dem vielen Stehen klar komme. Es wurde für mich zur Last.“ Ihre Suche nach einer Arbeitsstelle bezeichnete sie als Teufelskreis: „Man steht im Zwiespalt zwischen „ich sage es nicht und bekomme den Arbeitsplatz, habe dann später einen Schub - spätestens dann werde ich wegen Unehrlichkeit entlassen - oder ich sage es und bekomme den Arbeitsplatz sowieso nicht“. Deshalb habe sie ihr künstlerisches Talent zum Job gemacht. Es sei allerdings verdammt schwer, so die Mediengestalterin, konstant Bilder zu verkaufen. Zudem könne sie sich kein für Kunden begehbares Atelier leisten.

Der DEB will nun seiner einstigen Top-Spielerin „Hilfestellungen leisten“. „Es ist bewundernswert, mit welcher Energie sich Maren Valenti ihrer Erkrankung stellt“, sagte Verbandspräsident Uwe Harnos. „So wie auf dem Eis ist sie kämpferisch vorbildlich und gibt nicht auf.“

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