Hergensweiler feiert 900 Jahre St. Ambrosius

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Die Feierlichkeiten fallen exakt auf den Tag, an dem vor 900 Jahren Bischof Gebhard III. von Konstanz die erste Steinkirche in Hergensweiler eingeweiht hat: am 5. Oktober 1108. Die heutige Kirche im Barockstil wurde im Jahr 1712 erbaut, das frühere Gotteshaus war nur etwa halb so groß. Im rechten Seitenaltar findet sich noch eine kleine Nische – die Stelle, an der früher das Tabernakel stand, wie Heimatpfleger Georg Rehm zu berichten weiß. Prachtvolle Stuckmarmor-Altäre zieren die Pfarrkirche. Hochaltar und Kanzel wurden von dem Wessobrunner Stuckateur Franz Schmuzer erbaut. Modell standen hier die fast identischen Scmuzer-Werke im Schloss Hofen in Friedrichshafen, dem Sommersitz der Weingartener Äbte.

Auch im Kloster Weingarten schuf der Künstler Altar und Kanzel im gleichen Stil. Die beiden Seitenaltäre in St. Ambrosius baute 1741 Abraham Bader aus Mindelheim. Die fast lebensgroßen zwölf Apostelfiguren und die Marienfigur standen ursprünglich in der Deuchelrieder Kirche.

Der Hergensweilerer Pfarrer Thalhofer nutzte die Gunst der Stunde und kaufte 1897 die Statuen. „Zum Brennholzpreis von 24 Reichsmark“, wie von Josef Wetzel, Diakon im Nebenberuf, zu erfahren ist. Die Pfarrei Hergensweiler gehörte von 1280 bis 1805 dem Kloster Weingarten, die politische Gemeinde zum äußeren Gericht Lindau. Die hohe Gerichtsbarkeit lag beim Hause Montfort-Tettnang. 1785 kamen die Orte Immen, Haggenberg, Umgangs, Oberstaufen, Vogelhag und Infang von der Pfarrei Hergensweiler zur Pfarrei Niederstaufen.

Bevölkerung nimmt Anteil

Der Festgottesdienst mit Bischof Mixa in der frisch renovierten Pfarrkirche ist nun der Höhepunkt des Festjahres. Man begab sich mit Kirchenbesichtigungen auf die Spuren von Künstlern wie Gebhard Fugel, der das imposante Deckenfresko in der Hergensweilerer Kirche gemalt hat. Es fanden Konzerte statt und eine Fahrt nach Mailand zum Namenspatron St. Ambrosius.

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