Ein Laupheimer denkt in großen Dimensionen

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LAUPHEIM - Der in Laupheim geborene Unternehmer Hugo Mann feiert heute seinen 95. Geburtstag. Als Warenhauspionier und Möbelgroßhändler ("Wertkauf", "Mann-Mobilia") gründete er als einer der Ersten Einkaufszentren nach amerikanischem Vorbild. Mit seiner Heimatstadt zeigte er immer eine große Verbundenheit.

Von unserer Redakteurin Elisabeth Ligendza

Hugo Mann hat seine Kindeheit und Jugend in Laupheim verbracht. Dass ihm seine Heimatstadt besonders am Herzen liegt, hat er immer wieder unter Beweis gestellt. Erst 2004 etwa hatte er es sich wieder nicht nehmen lassen, mit seiner Frau Rose, Kindern und Enkeln von Baden-Baden anzureisen und das Laup-heimer Heimatfest zu besuchen. Den Festumzug sah er sich vom "Rothen Ochsen" aus an, besonders beeindruckt hatte er sich bei einer Besichtigungstour durch die Stadt vom Kulturhaus gezeigt.

Stichwort Kulturhaus: Als der damalige Bürgermeister Otmas Schick 2002 kurz vor Vollendung des neuen Laupheimer Kulturtempels leise anklopfte und nach einer Beteiligung an einem guten Flügel bat, wurde sogleich einer geliefert. Ein Bechstein, "der schönste Flügel der Welt", wie Hugo Mann damals auf die Bitte anwortete. Auf einem vergoldeten Schildchen auf dem Tasteninstrument steht geschrieben: "Hugo Mann, geboren 26.08.1913, schenkt im März 2002 den Bürgern seiner Heimatstadt Laupheim diesen Flügel zur Freude für viele Jahre." Es war nicht das einzige Geschenk eines Gönners seiner Heimatstadt: 1998 etwa beglückte er die Stadt mit 500000 Mark für kulturelle Zwecke, zu seinem 75. Geburtstag schenkte er Laupheim 200000 Mark.

Pionier der großen Flächen

Laupheim und der Schreinerbetrieb seines Großvaters, in dem er seine Lehre absolvierte, waren Hugo Mann allerdings schon in jungen Jahren wohl zu klein. Er hatte Großes vor und galt auch schon bald als Pionier der großen Fläche - "Wertkauf" und "Mann-Mobilia" galten als eine der ersten Einkaufszentren nach amerikanischem Vorbild.

1938 gründete Hugo Mann sein erstes Möbelgschäft in Karlsruhe. Kurz darauf wurde er im Zweiten Weltkrieg zum Kriegsdienst eingezogen. Aus russischer Gefangenschaft zurück gekehrt heiratete er die Tochter des Fotoversenders Hannsheinz Porst. 1950 gründete er in Karlsruhe ein Möbelkaufhaus. Zu seinem Erfolg trug bei, dass Mann früh gekaufte Waren direkt nach Hause lieferte. Schon bald expandierte er deutschlandweit.

Amerika lässt grüßen

Weiter ging es mit dem Erfolgskonzept "Wertkauf", 1958 eröffnete der gebürtige Laupheimer den ersten Laden in Karlsruhe. Es galt als erstes Selbstbedienungswarenhaus nach amerikanischem Vorbild in Deutschland. 1968 schockte er die Konkurrenz mit einem weiteren "Wertkauf" in München, er galt seinerzeit als größter Verbrauchermarkt Europas.

1989 hat Hugo Mann sein Lebenswerk offiziell an seinen Sohn Johannes übergeben. 1997 verkaufte er "Wertkauf" an "Wal-Mart". Im Jahr 2005 wurde auch "Mann-Mobilia" verkauft - an die österreichische Lutz-Gruppe.

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