Agne bleibt ein "Steeple", doch Vollmer wird gehen

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EHIGNEN/REGION - Zwei unerwartete Änderungen im Spielerkader von Erdgas Ehingen/Urspringschule: Mit dem 26-jährigen Dominik Vollmer verlieren die "Steeples" ihren erfahrensten Spieler, dafür bleibt Allrounder Thierno Agne dem Team von Coach Ralph Junge noch eine Saison erhalten.

Jetzt ist es offiziell: Thierno Agne wird auch kommende Saison im Trikot der "Steeples" zu sehen sein. Der 19-jährige Abiturient wollte auch den Weg an ein College in den USA einschlagen. Doch die vielen Komplikationen mit der NCAA wurden dem Forward zum Verhängnis. Zu streng geht die amerikanische College-Organisation inzwischen gegen internationale Athleten vor. Zum einen drohen Sperren aufgrund eines möglichen Profistatus der Vereine, zum anderen ist selbst die akademische Qualifikation keine berechenbare Größe mehr. Faktoren, die viele Universitäten vom Rekrutieren europäischer Spieler abschrecken - ein "Opfer" ist Thierno Agne.

Der Allrounder wird nun ein weiteres Jahr im vertrauten Umfeld in Ehingen spielen und seinen Zivildienst an der Urspringschule ableisten. 2006 kam der Hamburger an das Internat in Schelklingen, entwickelte sich schnell zu einem der Leistungsträger in der NBBL und war einer der Garanten für die beiden Titelgewinne 2007 und 2008. Auch in der Zweiten Liga fand sich der damals 17-Jährige schnell zurecht und gehörte zuletzt in der Pro B zum Teil schon zur Startformation.

Somit nimmt das Team von Trainer Ralph Junge weiter Form an. Bislang sieht der Kader so aus: Aufbau: Felix Engel, Maurice Stuckey, Akeem Vargas. Flügel: Cornelius Adler, Thierno Agne,-Kevin Bright, Marius Dieterle, Christian Standhardinger. Center: Tilman Isensee, Justin Raffington. Derweil haben der Deutsche Basketball Bund (DBB) und die Basketball Bundesliga (BBL) beschlossen, ab der kommenden Saison einen Ausbildungsfonds einzurichten. Ziel ist es, die Nachwuchsarbeit zu fördern. "Ein Schritt in die richtige Richtung", sagt "Steeples"-Spielleiter Nico Drmota.

Hoher Ausbildungsfonds

Der Ausbildungsfonds soll ein Volumen von annähernd 500 000 Euro haben. Ziel des Ausbildungsfonds ist es, die Basis an Nachwuchsspielern noch intensiver als bislang zu verbreitern und auf ein höheres Qualitätsniveau zu bringen. Der Fonds besteht aus zwei Töpfen. Aus dem Abgabentopf, in den der DBB und die 18 BBL-Vereine einzahlen, werden standortübergreifende Projekte finanziert.

Der Gebührentopf wird gefüllt durch eine Transfergebühr, die bei jeder Neuverpflichtung eines BBL-Spielers fällig wird. Von den Einnahmen aus dem Gebührentopf sollen vor allem diejenigen Vereine profitieren, die deutsche U24-Spieler des Jahrgangs 1985 oder jünger in der BBL einsetzen. Des Weiteren erhalten ausbildende Vereine, die unterhalb der Pro B angesiedelt sind, aus dem Gebührentopf eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von 8000 Euro pro Spieler, wenn dieser einen BBL-Vertrag unterzeichnet. "Vereine, die sich zur Nachwuchsarbeit mit deutschen Talenten bekennen, werden künftig belohnt", so DBB-Präsident Ingo Weiss.

"Wir begrüßen den Ausbildungsfonds", sagt Nico Drmota. "Der Grundgedanke ist sicherlich richtig. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob das Geld dort hinfließt, wo es hin soll." Nutznießer des Fonds könnte auch die SG Urspringschule sein, die bekanntlich schon seit Jahren deutsche Basketballtalente erfolgreich ausbildet.

So spielen Marco Buljevic (Oldenburg) oder Nico Simon (Berlin) derzeit für BBL-Klubs. Noch ist die Zweite Liga mit der Pro A und Pro B dem Ausbildungsfonds nicht beigetreten. Gespräche mit dem DBB und der BBL sind jedoch geplant.

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