Pumpe zeugt von der Ölzeit

Lesedauer: 3 Min

PFULLENDORF - Angesichts der steigenden Heizöl- und Benzinpreise wirft so mancher Zeitgenosse einen neidvollen Blick auf Länder mit eigenen Ölvorkommen. Aber auch in Deutschland wird Öl gefördert, bis vor elf Jahren sogar vor den Toren Pfullendorfs. Ein Industriedenkmal am Kreisel am Ortsausgang in Richtung Mengen erinnert daran.

Zehn Jahre ist es jetzt her, dass mit der Errichtung des Industriedenkmals vor dem ehemaligen Betriebsgeländes, diese Erinnerung an die Erdöl- und Erdgasförderung in Pfullendorf geschaffen wurde. Heute hat dort die Firma "Waldvogel" - Bad, Heizungs- und Solartechnik - ihren Standort. Die letzte Tonne Erdöl wurde am 30. September 2007 gefördert. Das Ende des Betriebs in Pfullendorf bedeutete seinerzeit gleichzeitig die Einstellung der Erdöl- und Erdgasförderung in Baden-Württemberg. An diesem Tag endeten auch die direkten Erdöl- und Erdgaslieferungen an die drei Pfullendorfer Kunden (Ziegelwerk Ott, Geberit und das Krankenhaus).

Aufgenommen wurde die Erdölförderung in Pfullendorf 1962. Insgesamt wurden in den 35 Betriebsjahren 391 000 Tonnen Öl gefördert. Die maximale Erdölproduktion wurde 1966 mit 26 750 Tonnen erreicht. Erdgas wurde ab 1969 aus dem Pfullendorfer und dem Nachbarfeld Fronhofen über eine etwa 50 Kilometer lange Transportleitung zunächst an regionale Gasversorgungsunternehmen im Bodenseeraum geliefert, zum Teil auch in die Schweiz exportiert und seit 1984 ausschließlich an die Gasversorgung Süddeutschland geliefert. Allein aus dem Feld Pfullendorf sind 116 Millionen Kubikmeter Erdölgas und 140 Millionen Kubikmeter Erdgas gefördert worden. Das Erdöl mit guter Qualität und niedrigem Schwefelgehalt wurde mittels Tanklastwagen, später über eine Leitung mit der Bahn von Pfullendorf wegtransportiert.

Mit 17 Mitarbeitern erreichte die Belegschaft in der Erdöl- und Erdgasförderung in Pfullendorf im Jahr 1970 den höchsten Stand.

Kommentare werden geladen