Ganz alleine schafft es die Natur nicht

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ELLENBERG - Damit aus Brachwiesen funktionierende vielfältige Ökosysteme werden, müssen sie gepflegt werden. Das geschieht im Ostalbkreis unter der Federführung des Landschaftserhaltungsverbandes. Solche Verbände gibt es viel zu wenige im Land findet Gisela Splett von den Grünen. Sie hat sich vor Ort ein Bild gemacht.

Von unserem Redakteur David Oliver Betz

Die Naturschutzpolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Landtag hat gestern zusammen mit dem Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes, Ralf Worm, das Naturschutzgebiet Muckental bei Ellenberg besucht. Dort hat Worm beispielhaft die Arbeit des Verbandes erklärt. Hauptaufgabe ist es, die Artenvielfalt zu erhalten. Denn sowohl die starke Nutzung als auch das komplette Brachliegen schaden der Biovielfalt. Deshalb müssen auch Biotope immer wieder gepflegt werden.

Im Muckental übernehmen das die beiden Landwirte Franz Dambacher junior und senior aus Unterschneidheim-Zöbingen. Sie mähen die Feuchtwiesen ein- bis zweimal im Jahr. So haben alle Pflanzen die gleiche Chance, an Licht zu kommen und zu wachsen. Ohne diesen Eingriff würde der Boden regelrecht verfilzen und nur noch wuchsstarke, große Pflanzen würden überleben. "Irgendwann hätten wir dann wieder einen Urwald", sagt Worm.

Splett fordert vom Land, dass mehr dieser Maßnahmen gefördert und ins Leben gerufen werden. "Wir geben unter einem Promille des Haushaltes für Landschaftspflege aus", rechnet sie vor. Während es in Bayern nahezu flächendeckend Landschaftspflegeverbände und Vereine gebe, seien es in Baden-Württemberg gerade einmal acht Stück. Im Ostalbkreis arbeite der Verband vorbildlich.

Die Natur dankt"s

Dass das Ganze im Muckental Erfolg hat, sieht man auch daran, dass dort seltene Pflanzen und Tiere leben. Orchideen, Insekten und Vögel haben sich den Naturraum zurückerobert - andernorts kennt man das Breitblättrige Knabenkraut, die Trollblume oder die Keulhornblattwespe gar nicht mehr.

Neben der Pflege von Wiesen und Brachflächen organisiert der Verband auch Renaturierungsmaßnahmen an Bach- und Flussläufen - mit großem Erfolg wie Worm berichtet. Zum Beispiel bei Tannhausen haben sich aufgrund der Renaturierung wieder viele Amphibien und Reptilien angesiedelt, die den ursprünglichen Bachlauf schätzen. Das wiederum zieht auch Vogelarten wie Kiebitz, Storch und Reiher an. Ziel all dieser Maßnahmen ist es, den Artenrückgang nachhaltig zu verhindern. "Um 1850 war die Vielfalt am größten. Die ist dann immer mehr zurückgegangen bis in die 1970er und 80er Jahre", so Worm.

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