Seehafenfliegen sorgt für Unmut

Lesedauer: 5 Min

LINDAU - Weniger das Seehafenfliegen selbst als das anschließende Konzert im Lindauer Hafen sorgen für massiven Unmut. Eine Reihe von durchaus bekannten Lin-dauern hatten sich in Leserbriefen an die Lindauer Zeitung gewandt, Prolindau-Chef Jürgen Schmid ist wenig amüsiert.

So hat man Prolindau-Chef Jürgen Schmid selten gehört: Das Konzert der Bananafishbones nach dem Seehafenfliegen habe Lindau "sicher nicht gut getan". Viele Hotelgäste von den Häusern am Hafen hätten sich über die Lautstärke des Konzerts am Abend beschwert.

Bei den Absperrungen am Abend habe es zudem "ungute Situationen" gegeben. Die Absperrungen des westlichen Hafenbereichs seien unglücklich gewesen, das Verhalten der Ordner nicht immer angemessen, und die Art und Weise, wie Besucher vor Konzertbeginn aus dem später abgesperrten Bereich herauskomplimentiert worden seien, sei nicht okay. Auch sei das Konzert mit den Bananafishbones keineswegs das ursprünglich versprochene "Lindau-Open-Air" gewesen, sondern nur ein einzelnes Konzert, das "nicht unserem Qualitätsanspruch entspricht".

Wenn die Veranstalter des Seehafenfliegens im nächsten Jahr noch einmal etwas Ähnliches vorhätten, dann bittet Schmid: "Bindet Prolindau bei der Gestaltung des Abends mit ein!" Eine Wiederholung der Veranstaltung vom Samstagabend komme jedenfalls nicht in Frage: "So nicht!"

Mit dem Fliegen zufrieden

Mit dem Seehafenfliegen selbst ist Schmid hingegen zufrieden. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe sich die Veranstaltung durch die kürzeren Wartezeiten und den neuerdings eingesetzten Kran deutlich verbessert. Auch sei es "generell gut", wenn sich Privatleute dafür einsetzten, die Stadt Lindau attraktiver zu machen.

Seehafenfliegen-Veranstalter Markus Nöser-Baldi weist die harsche Kritik zurück. Zum einen habe sich die Veranstaltung an alle Vorgaben gehalten, und um 23 Uhr sei Schluss gewesen. Zum anderen habe man sich bereits im Vorfeld mit den vor allem betroffenen Hotels ins Benehmen gesetzt.

Gleichwohl ist auch Markus Nöser Baldi mit dem Open-Air am Abend nicht zufrieden. Zum einen wundert er sich, dass im Vorfeld nur so wenige Eintrittskarten verkauft worden seien. Und acht Euro Eintritt für eine bayernweit bekannte Band und einen bekannten Moderator seien nicht teuer. Zum anderen beklagt er sich über fast so viele Zaungäste wie zahlende Zuschauer.

Noch stehe die Abrechnung der Einnahmen aus, aber er gehe davon aus "dass kein Cent übrig bleibt, den wir an die Sportvereine spenden können". Seine Folgerung ist dann auch deutlich: "Das Open Air ist in dieser Form fragwürdig."

"Ich schäme mich für Lindau"

Auch eine ganze Reihe Lindauer Bürger hatten sich massiv über den Geräuschpegel und das Niveau der Veranstaltung beschwert. Der frühere Chef des Verkehrsvereins, Hans Stübner, etwa sagte zur Lindauer Zeitung: "Ich habe mich für Lindau geschämt." Er kritisiert vor allem die akustische Untermalung des Seehafenfliegens. Die "primitive Moderation", die Musik sowie die eingespielten Motorengeräusche seien unsäglich gewesen und hätten viele Besucher vertrieben.

In einem Leserbrief beschwert sich mit ihm eine ganze Reihe bekannter Lindauer über die Begleitmusik des Seehafenfliegens, die sie als "Ballermannfieber" bezeichnen, das "konsumwillige Ausflügler scharenweise von der Seepromenade vertreibt". Auch sie kritisieren die "exzessive Lautstärke" der Bananafishbones.

Kommentare werden geladen