Ausstellung holt Demenz aus Anonymität

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ELLWANGEN - "Alzheimer und Kunst" thematisiert eine Ausstellung in den Räumen der Katholischen Sozialstation Ellwangen in der Nikolaistraße 12, der ehemaligen Sankt-Anna-Klinik. Gezeigt werden Werke des 1992 an der Alzheimer Krankheit gestorbenen Werbegrafikers Carolus Horn.

Alzheimer ist eine Erkrankung des Gehirns, die vorrangig vom fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses geprägt ist. "Das Gedächtnis geht von hinten her verloren", sagte Dr. Bianca Stadler von der Nürnberger Pharmafirma Novartis bei der Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel "Wie aus Wolken Spiegeleier werden". Carolus Horn (1921-1992) war einer der erfolgreichsten Werbegrafiker der Nachkriegszeit. Seine Bilder zeigen eindrucksvoll, wie sich die Kunstproduktion unter dem Einfluss der Demenzerkrankung verändert. Die Diagnose "Alzheimer Demenz" wurde bei Carolus Horn 1984 gestellt, dennoch malte er weiter. Danach gewinnt Horns Malerei immer mehr kindliche Züge. Er malt Motive aus dem Gedächtnis, aus seiner Kindheit. Gesichter werden eintönig. Wolken sehen ab 1988 aus wie "Spiegeleier".

Der Schirmherr der Ausstellung, Oberbürgermeister Karl Hilsenbek, betonte, das Thema Demenz müsse aus der Anonymität heraus, denn die Krankheit könne jeden treffen. Sozialdezernent Josef Rettenmaier vom Landratsamt Ostalbkreis ging auf die Grenzsituationen für Betroffene, pflegende Angehörige und Ehrenamtliche ein. Stadtpfarrer Michael Windisch sagte, er habe über den Weg der Kunst mehr Verständnis für Demenzerkrankte gefunden.

Die Ausstellung, die bis zum 25. Juni läuft, kann von Montag bis Freitag täglich von 8.30 bis 16.30 Uhr besichtigt werden. Führungen sind freitags um 15 Uhr und dienstags um 18 Uhr sowie nach Anmeldung bei der Sozialstation, Telefon (07961) 9339950.

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