Die neue Orgel bringt alle zum Strahlen

Lesedauer: 4 Min

Für die Zecher Katholiken ist das ein ganz besonderer Tag gewesen: Seit Freitag verkündet in ihrer Kirche eine neue Orgel das Gotteslob. Bischof Walter Mixa weihte zusammen mit Dekan Ortwin Gebauer die 20 Register zählende "Königin der Instrumente" in der Kirche "Maria Königin des Friedens" ein.

Die von Rudolf Janke 1962 gebaute Orgel erfreute bisher die evangelischen Christen von St. Ägidyen im niedersächsischen Hannoversch-Münden. Das Einspielen beim Lindauer Pontifikalamt nahm der Leiter des Amtes für Kirchenmusik in Augsburg, Pater Stefan Kling vor. In Zukunft ist sie der neue Wirkungsplatz des Lindauer Organisten Hans Vogel. Den festlichen Gottesdienst mit dem Augsburger Diözesanbischof Walter Mixa begleiteten der Zecher Gemeindechor unter Ulrich Kunstmann und Helmut Hellwig auf der Gitarre.

Die Orgelweihe bildete den Höhepunkt des Festjahres, 50 Jahre nach der Kircheneinweihung. Beim Blick zurück auf 50 Jahre Pfarreigeschichte erinnerten sich die Anwesenden an die unvergessenen Zecher Urgesteine Karl Tietze und Hans Steinberger sowie die verstorbenen Geistlichen Albert Ratzinger und Günther Weber. Der jahrzehntelang in der Gemeindearbeit tätige Erich Gromer erhielt ein bischöfliches "Vergelt's Gott" in Form der Silbernen Ulrichsnadel. Der langjährigen Mesnerin Luise Eckert schenkte der Augsburger Gast einen Blumenstrauß. Mixa dankte auch der Pfarrsekretärin und Mesnerin Elke Bolsinger sowie deren Mann, dem Kirchenpfleger und Kindergartenverwalter Hans-Dieter Bolsinger.

Mit einem Weihegebet und Weihwasser segnete Mixa die Orgel. In der Festpredigt in der vor 50 Jahren von Architekt Thomas Wechs geschaffenen und inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Kirche wies er auf den Dreiklang des jungen Jesuskindes auf dem Schoß Mariens im Altarbild, den gekreuzigten Heiland an der Kir-chendecke und den auferstandenen Christus in der Osterkerze hin. Wie die kleinen und großen Orgelpfeifer sollten auch wir, jeder an seinem Platz, zum Lobpreis Gottes beitragen.

Auch Protestanten feiern mit

Der evangelische Pfarrer von Zech, Gerd Gruber, erhielt bereits Beifall, als er an den Ambo trat.Er gratulierte den katholischen Christen: "Geschwister können einander akzeptieren und an der Freude des anderen mitfeiern." Die evangelische Versöhnerkirche in Zech feiert dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen. Bernhard Stiegler von der katholischen Kirchenverwaltung wies bei den Fürbitten auf die jahrzehntelange sehr enge Verbindung zur evangelischen Schwesterpfarrei hin. Dekan Ortwin Gebauer hofft, dass durch dieses Fest das Zusammengehörigkeitsgefühl der Pfarreiengemeinschaft Insel-Reutin-Zech gestärkt werde.

Stadtrat Prof. Dr. Hartwig Lorenz-Meyer erinnerte an den Pioniergeist der 50er Jahre in Zech und ergänzte: "Selten findet man noch so einen Zusammenhalt wie in Zech". Landrat Elmar Stegmann zeigte viel menschliches Einfühlungsvermögen in die Nachkriegssituation vor 50 Jahren.

Die Lindauer Kolpingsfamilie hatte mit ihrem Banner neben dem Altar einmal mehr "Flagge gezeigt". Deren zweiter Vorsitzender Thomas Dirmeier erinnerte an das handwerkliche Anpacken der Kolpingsmitglieder bei der Kirchenrenovierung, die seit 2002 läuft, und überreichte einen 1000-Euro-Scheck für die neue Orgel.

Kommentare werden geladen