Der Munderkinger Teamgeist macht den Unterschied

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MUNDERKINGEN - Die Fußballerinnen aus Munderkingen spielen nächste Saison wieder dort, wo sie eigentlich hingehören: in der Oberliga. Obwohl des Vorsprung des VfL am Ende mit fünf Punkten vor dem Verbandsliga-Konkurrenten aus Pfullingen relativ deutlich ausfiel, hing der Aufstieg zwischenzeitlich an einem dünnen Faden.

Es war Anfang Mai, als es zum vorentscheidenden Gipfeltreffen zwischen Munderkingen und dem BFC Pfullingen kam. Der VfL hatte zwei Punkte Vorsprung und hätte bei einer Niederlage auf einen Ausrutscher der Gäste im Schlussspurt hoffen müssen. Nach einer knappen Stunde führte Pfullingen auch mit 2:0, dann sah eine Gästespielerin jedoch Rot, und ein Hattrick von Tatjana Hummel bescherte den Schützlingen von Konrad Weiss noch den umjubelten 3:2-Sieg. "Wir hatten im entscheidenden Moment eben das Quäntchen Glück", erinnert sich der VfL-Trainer, dessen Truppe sich danach nicht mehr die Butter vom Brot nehmen ließ.

Zwei Remis, sonst nur Siege

Verdient war der Munderkinger Titel und der damit verbundene Aufstieg ins baden-württembergische Oberhaus allemal: Ganze zwei Unentschieden und sonst nur Siege lautet die stolze Saisonbilanz. "So etwas ist äußerst selten im Aktivenbereich", meint "Tschudde" Weiss, der den Hauptgrund für den Erfolg im starken Zusammenhalt innerhalb des Teams sieht: "Da haben alle an einem Strang gezogen und dabei manchmal auch persönliche Interessen zurückgestellt. Deshalb möchte ich da auch niemand besonders hervorheben."

Eine hat dennoch für etwas Aufsehen gesorgt: Tatjana Hummel. Sie schoss mit ihrem Hattrick gegen Pfullingen den VfL nicht nur endgültig in Richtung Meisterschaft, sondern war auch mit 24 Treffern die beste Verbandsliga-Torjägerin. Trotz Anfragen von höherklassigen Klubs werden Tatjana und ihre Schwester Larissa Hummel aber auch in der kommenden Saison für den VfL auf Torejagd gehen. Nach derzeitigem Stand bleibt die Mannschaft bis auf Nadine Rolser zusammen. Sie wechselt zusammen mit ihrer jüngerer Schwester Nicole zum VfL Sindelfingen. Von dort sollen dafür zwei neue Spielerinnen für die kommende Runde kommen. "Beide haben mündlich zugesagt", so Weiss weiter. Außerdem bekommt der Munderkinger Coach vier Neue aus der eigenen Jugend: Vanessa Sachpazidis, Sarah Herzog, Sina Söll und Kim Weiß. "Der Kader wird wohl etwas breiter werden", sagt Konrad Weiss. "Ich bin auch überzeugt davon, dass wir mit diesem Team im oberen Oberliga-Drittel mitmischen können."

Mittelfristig ist Regionalliga drin

Mittelfristig ist für den VfL laut Weiss sogar die Regionalliga drin. Dorthin ist bekanntlich Nachbar Eintracht Seekirch aufgestiegen, mit dem vor rund zwei Wochen ein Gespräch über eine mögliche Spielgemeinschaft stattgefunden hat. Dabei waren neben beiden Klubs auch Vertreter aus dem Bezirk und vom Württembergischen Verband. "Das Treffen war schlecht vorbereitet", sagt Weiss. "Wir hätten nach fünf Minuten aufstehen können und gehen, denn der Seekircher Frauenfußball-Chef Walter Haller lehnt eine solche Spielgemeinschaft kategorisch ab." Von der hält auch Konrad Weiss nicht viel. "Der VfL Munderkingen hat wegen seiner ausgezeichneten Jugendarbeit selbst eine sehr gute Perspektive. Bei dem Mannschaftsgefüge, das wir derzeit haben, ist auf Dauer mehr möglich. Da kann was wachsen."

Das Munderkinger Aufstiegsteam: Verena Bader, Karin Betz, Sandra Burgmaier, Julia Hartmann, Simone Holder, Larissa Hummel, Tatjana Hummel, Tamara Maier, Christine Rapp, Sonja Rederer, Nadine Rolser, Helen Sachs, Elisabeth Schick, Verena Schrode, Julia Traub, Julia Wiedmann, Vanessa Sachpazidis, Sarah Herzog, Sina Söll, Kathrin Schmid, Verena Schmid, Manuela Braig und Martina Kokol.

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