Operette trifft Kabarett: Hauptsache, man tut's gemeinsam

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HAGNAU - Das Musikkabarett "PinkMoll", Opernsängerin Christine Gogolin und Pianist Markus Schimpp sind mit ihrem aktuellen Programm "Oper - rette sich wer kann" im historischen Rathaussaal in Hagnau zu Gast gewesen. Für das kleine Bodenseedorf war's ein kultureller Leckerbissen.

Die Sopranistin und der Kabarettist lernten sich auf dem Flussschiff "MS Mozart" kennen und nach zehn Tagen waren sie ein Paar. Im Sommer 2006 entwickelten die aus Erfurt stammende Opernsängerin Christine Gogolin und der Augsburger Pianist Markus Schimpp, die unter "PinkMoll" auftreten, ihr erstes gemeinsames Kabarettprogramm.

Es gelang ihnen, die sehr unterschiedlichen Genres, Oper und Kleinkunst in einer einzigartigen Weise zu verknüpfen: Hier trafen Welten aufeinander und der Ton machte die Musik. Wenn frau eine Vorliebe für die große Oper hat und man(n) eher im Kabarett und Kleinkunst zuhause ist, beide aber dennoch einen musikalischen Abend bestreiten, im wörtlichen Sinne, kann die Harmonie bisweilen schon mal aus dem Takt geraten.

Das aktuelle Programm "Oper - rette sich wer kann", ist, wie könnte es anders sein, durchaus programmatisch zu verstehen. Musikalische Bonmots aus den UFA-Zeiten der 20er-Jahre von Friedrich Holländer und Kurt Tucholski, Bosheiten von Georg Kreisler treffen auf wunderbare Arien von Robert Stolz und Gioacchino Rossini. Ergänzt mit eigenen Stücken haben alle eines gemeinsam: Sie beleuchten die schönen und bitteren Momente in der Beziehung zwischen Mann und Frau. Letztendlich stellte sich jedoch heraus: Egal was man tut, die Hauptsache ist, man tut es gemeinsam. Für das "Ausfechten" solcher Eheprobleme eignete sich ganz besonders der historische Hagnau Rathaussaal, wo sich denn auch gleich die passende Wohnzimmer-, respektive Musikzimmerstimmung, einstellte.

"Nach uns der Abriss"

"Wir sind erstmals am Bodensee und dürfen hier spielen, weil am Montag die Renovierung losgeht: Nach uns der Abriss", begrüßte Markus Schimpp das Publikum im voll besetzten Saal. Und tatsächlich, die professionell geschulte Opernstimme von Christine Gogolin schwang sich gelegentlich in Sphären, dass einerseits der Stuck knisterte und die Zuschauer zu Beifallsstürmen hingerissen wurden. Während er sie als herrliches, göttliches Weib besang, das nicht lesen, schreiben, denken und kochen kann, beklagte sie: "Es fehlt mir an Talent, es geht mir scheußlich, ich bin wunderschön, aber nicht häuslich und wenn ich koche, schmeckt es gräuslich; mein Talent liegt in anderen Bereichen." Ein Staccato an gekonnten musikalischen Stücken garantierte einen ebenso erfolgreichen wie unterhaltsamen Abend.

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