Ulm holt Per Günther

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Die Ulmer Bundesliga--Basketballer haben sich für die kommenden drei Jahre die Dienste eines der größten deutschen Talente gesichert: Der 20 Jahre alte Aufbauspieler Per Günther wechselt im Sommer vom A-Zweitligisten Hagen zu den Donaustädtern.

Günther wurde vor wenigen Wochen in der Zweiten Liga zum "Youngster des Jahres" gewählt. In Hagen verbuchte er in durchschnittlich 28 Minuten Spielzeit knapp 15 Punkte und zwei Rebounds, aus dem Feld traf er rund 50 Prozent seiner Würfe und von der Freiwurflinie 80 Prozent. Daneben hat der 1,82 Meter große Abiturient auch schon internationale Erfahrung gesammelt. Mit der U16-Nationalmannschaft nahm er 2004 an der EM in Griechenland teil, ein Jahr später mit der U18 an den kontinentalen Titelkämpfen in Belgrad und zuletzt mit der U20 an der B-WM in Polen. In Ulm wird Günther zusammen mit dem 23-jährigen Dru Joyce das jüngste Pointguard-Duo der Bundesliga bilden. Doch Trainer Mike Taylor macht sich keinerlei Sorgen wegen der Jugend seiner Regisseure: "Beide sind für ihr Alter technisch und mental sehr weit."

Derweil müssen sich die Ulmer Basketballfans langsam darauf einstellen, dass es in der kommenden Saison mit einem ihrer Lieblinge kein Wiedersehen mehr geben wird - zumindest nicht als Mitglied der Ulmer Mannschaft. Konrad Wysocki, der sich in den vergangenen Monaten zu einem Ass entwickelt hat und demnächst wohl sein Debüt im Kreis der Nationalmannschaft feiern wird, steht vor dem Abschied aus der Münsterstadt.

Wysocki: zwei Gründe gegen Ulm

Laut Wysocki stehen die Chancen, in Ulm zu bleiben, "eher schlecht". Sicher würde er gerne auch künftig für Ratiopharm Ulm spielen, aber zwei Gründe sprechen für ihn dafür, zu einem anderen Verein zu wechseln: "Wenn man anderswo das Doppelte oder mehr verdienen kann, muss man so ein Angebot eigentlich annehmen. Die Sportlerkarriere dauert ja nicht so lange. Außerdem will ich gerne in einem Verein spielen, der auch international zugange ist." Dabei macht Wysocki klar, dass es ihn nicht zu Topteams wie Alba Berlin oder Bamberg zieht. "Dort würde ich dann sicher nur von der Bank kommen. Stattdessen wäre es sicher interessant, beispielsweise in Ludwigsburg, Bonn, Quakenbrück oder Frankfurt zu spielen." Das Ausland ist für den Aufsteiger derzeit kein Thema. Das Heimspiel am letzten Bundesligaspieltag am 10. Mai gegen Bonn könnte also auch Wysockis letzter Auftritt im Ulmer Trikot sein.

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