Markus Ewald will OB werden

Lesedauer: 4 Min

Weingarten hat einen neuen und den ersten offiziellen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters: Markus Ewald (43) will den scheidenden Amtsinhaber Gerd Gerber beerben. Ewald ist parteilos und seit vier Jahren Bürgermeister in Bad Urach.

Unabhängig von der Partei- und Fraktionszugehörigkeit will der 43-Jährige die Weingartener "mit meinem Stil und meinen Positionen überzeugen", schreibt er in einer Pressemitteilung über sich selbst. Mehrere voneinander unabhängige Anfragen hätten ihn aus Weingarten erreicht. Ewalds Vater Falko Ewald war von 1995 bis zu seiner Pensionierung 2001 Baudezernent in der Welfenstadt. "Ich bin ein Mensch, dem Kontinuität und Beständigkeit sehr wichtig sind", meint Markus Ewald, obschon er erst seit vier Jahren Bürgermeister in Bad Urach ist. "Aber da sich die Chance in Weingarten vermutlich nur einmal bietet, musste ich sie nutzen."

Falls er am 15. Juni gewählt wird, möchte er das Erreichte bewahren und neue Chancen nutzen. "Es darf nicht nachgelassen werden, Weingarten permanent weiterzuentwickeln und so den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden". Innenstadtmarketing und Wirtschaftsförderung lägen ihm besonders am Herzen.

Er kommt aus der Wirtschaft

Nach seinem Abitur und Wehrdienst studierte Ewald in Reutlingen und Reims Betriebswirtschaftslehre. Berufserfahrung sammelte er bei der Treuhandanstalt in Berlin und als Konzernbeauftragter für Touristik bei der Lufthansa. Dann wechselte er als Führungskraft in die Personalentwicklung von ABB, bevor er vor vier Jahren gegen den Amtsinhaber und drei weitere Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Bad Urach antrat und gleich im ersten Wahlgang mit 57 Prozent gewählt wurde. Für die Freien Wähler sitzt er im Reutlinger Kreistag.

Ewald lebt seit 14 Jahren mit einem Sozialpädagogen zusammen. "Meine Partnerschaft mag für einen Bürgermeister ungewöhnlich sein, auf ihre Beständigkeit bin ich allerdings sehr stolz", schreibt er weiter in seiner Pressemitteilung. In Bad Urach seien die Bürger mit seiner Homosexualität sehr positiv umgegangen.

Dort herrschte gestern große Überraschung über den Wechselwillen des Stadtoberhauptes. "Das ist jetzt ein Scherzanruf, oder?", fragte eine Journalistin der ortsansässigen Zeitung, des "Ermstalboten". Ewalds Sieg vor vier Jahren sei ein "Triumphzug" gewesen. "Damals ist er als großer Retter aufgetreten."

In den kommenden Wochen will Ewald Weingartener Vereine, Organisationen und Unternehmen besuchen. Im Internet ist er unter der Homepage www.markus-ewald.de (E-Mail: info@markus-ewald.de) zu erreichen.

Seine Konkurrenten, der Esslinger Bürgermeister Dr. Markus Raab (CDU) und der 24-jährige Student Frederik Weinert (parteilos), haben bislang ihre Bewerbungsunterlagen noch nicht abgegeben.

Kommentare werden geladen