Wie die Kaserne zu ihrem Namen kam

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Mit dem Einzug der ersten Soldaten zum Jahresende 1958 ist die damals in Immendingen neu erstellte Kaserne auf dem Talmannsberg zunächst als "Neue Kaserne" benannt worden. Ihren heutigen Namen "Oberfeldwebel-Schreiber-Kaserne" trägt sie seit dem 27. Mai 1967 zum Gedenken an den Ritterkreuzträger Josef Schreiber.

Der Namenspatron der Immendinger Bundeswehrkaserne, Josef Schreiber, kam am Heiligen Abend des Jahres 1919 in Mindersdorf (auf dem Hohenfels zwischen Meßkirch und Stockach), einem kleinen, damals zirka 300 Einwohner zählenden Ort, zur Welt. Sein Vater August Schreiber hatte hier einen Bauernhof und war zusätzlich als Sattlermeister tätig. Die Mutter von Josef Schreiber, Josefine, war die zweite Ehefrau von August Schreiber.

Die militärische Laufbahn von Josef Schreiber begann im August 1938. Er meldete sich freiwillig zur Wehrmacht. Als nie zaudernder und zuverlässiger Schütze eines Maschinengewehrs erwies er sich im so genannten Westfeldzug. So folgte seine Beförderung zum Unteroffizier dann auch am 1. November 1940. Die "große Zeit" von Josef Schreiber begann mit dem Russlandfeldzug. Nachdem sein Zugführer gefallen war, übernahm Schreiber im September 1941 das Kommando hier in einer Ortschaft, die er - trotz erheblicher Verluste - halten konnte. Dafür wurde Josef Schreiber mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet. Seine Beförderung zum Feldwebel folgte dann am 1. November 1941. Schreiber behielt die Zugführung und konnte mit lediglich 12 bis 14 Männern im Februar 1943 bei Orel elf Angriffe in Bataillonsstärke abwehren. In Anerkennung dieser Leistung erhielt Schreiber das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz.

Nachdem Schreiber am 1. Juli 1943 zum Oberfeldwebel befördert wurde, zeichnete er sich durch zahlreiche, selbständig errungene Kampferfolge aus. Dafür verlieh man ihm, dem sechsten Unteroffizier des Heeres, mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz eine der höchsten Auszeichnungen der Wehrmacht.

Am 11. April 1944 schloss Schreiber mit der ebenfalls aus Mindersdorf stammenden Maria Hegge den Bund fürs Leben. Anfang des Jahres 1945 musste der frisch gebackene Ehemann und werdende Vater in der Nähe von Posen in den Einsatz. Aus diesen Kämpfen ist Schreiber nicht zurückgekehrt, sein Sohn Manfred kam am 5. Februar 1945 zur Welt, als sein Vater bereits als vermisst gemeldet war.

Oberfeldwebel Josef Schreiber gilt seither als Sinnbild des deutschen Unteroffiziers. Zu seinem Gedenken wurde nicht nur die Immendinger Kaserne nach ihm benannt, am 12. Mai 1968 wurde zudem als Andenken an ihn und an alle Posenkämpfer ein Gedenkstein vor dem jetzigen Stabsgebäude des Artilleriebataillons 295 enthüllt.

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