Weißenhorn holt Williams

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Das Management des Basketball-Regionalligisten Weißenhorn hat nach den unglücklichen und unnötigen Niederlagen in Konstanz, Rastatt und Mainz reagiert: Adrick Hills wurde entlassen, neuer Spielmacher ist der 23-jährige Texaner Lorenzo Williams vom Rice-Owl-College.

Der Amerikaner stieg gestern in Stuttgart aus dem Flieger und hat inzwischen die von Hills bereits geräumte Spielerwohnung bezogen. Seinen Einstand im Dress der Fuggerstädter feiert Williams morgen (20 Uhr) im Heimspiel gegen Göppingen. Das sollte Weißenhorn unbedingt gewinnen, denn trotz des Vier-Punkte-Rückstands und des schlechteren Direktvergleichs auf Spitzenreiter Mainz eröffnet sich vielleicht noch eine Aufstiegschance durch die Hintertür.

"Das Spiel in Mainz hat den Ausschlag gegeben", sagte der Weißenhorner Vereinschef Jochen Seif gestern zur Trennung von Hills: "Auch seine Mannschaftskollegen hatten die Nase voll von seiner Ego-Zockerei und wollten mit ihm nicht mehr spielen." Hills verhandelt dem Vernehmen nach nun mit einem Klub im Iran und sein bisheriger Arbeitgeber hofft, den idealen Nachfolger gefunden zu haben. Williams erzielte für seine College-Mannschaft im Schnitt rund zehn Punkte pro Spiel und er gilt vor allem als hervorragender Passgeber.

Mit ihm könnten die Fuggerstädter auch als Tabellenzweiter unter Umständen den Sprung in die Pro B schaffen. Zwar wird der ASC Mainz vermutlich Meister, aber möglicherweise darf die Mannschaft aus der Karnevalshochburg gar nicht aufsteigen. "Priorität haben die Frauen", sagte dieser Tage der ASC-Vorsitzende Rainer Datz. Die nämlich führen ungeschlagen die Tabelle der zweiten Bundesliga an und in Mainz denkt man noch mit Schrecken an die vergangene Saison. Seinerzeit stiegen die Frauen und die Männer im Gleichschritt auf und anschließend wieder ab. Nun wird eine Bündelung der Kräfte zumindest in Erwägung gezogen.

Gegen Bretz und Sikuljak

Doch darauf hat Weißenhorn keinen Einfluss. Die Fuggerstädter müssen ihre eigenen Spiele gewinnen und sie sind gut beraten, den nächsten Gegner nicht an seinem elften Tabellenplatz zu messen. Göppingen reist an mit der Empfehlung eines Sieges in Konstanz am vorletzten Wochenende. Ein Vorhaben, das den Weißenhornern vor Weihnachten bekanntlich misslungen ist. Außerdem gehören zum Aufgebot der Göppinger zwei Spieler, die auch schon das Weißenhorner Trikot getragen haben, beim Konkurrenten zu Leistungsträgern gereift sind und entsprechend hoch motiviert sein dürften: die Ex-Ehinger Vanja Sikuljak und Markus Bretz.

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