Suppinger Buche ist "national bedeutsam"

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Beeindruckende Daten hat die Suppinger Schinderwasenbuche vorzuweisen: 7,16 Meter Stammumfang und ein Alter von rund 300 Jahren. Damit gehört sie zu den "national bedeutsamen Bäumen" hat das Deutsche Baumarchiv in Gießen jetzt festgestellt. Davon gibt es im Alb-Donau-Kreis nur insgesamt fünf.

Nach zehnjähriger Arbeit hat das Archiv in privater Trägerschaft die bisher größte Bestandsaufnahme bedeutender Bäume in der Bundesrepublik abgeschlossen. Mit umfangreichen Recherchen und mehr als 60 Exkursionen wurden 500 Spitzenbäume ermittelt. 80 Prozent der Bäume sichteten, vermaßen und fotografierten die Forscher vor Ort. Im Alb-Donau-Kreis haben sie fünf Bäume von nationaler Bedeutung ermittelt: drei mächtige Hutebuchen in Suppingen, Frankenhofen und Scharenstetten sowie zwei imposante Linden in Ehingen und Bernstadt. Alle fünf sind in die Liste "National bedeutsamer Bäume" (NBB) aufgenommen worden.

Als möglichst objektives Vergleichskriterium zur Klassifizierung der Bäume hat das Baum-archiv den Stammumfang in einem Meter Höhe über dem Boden gewählt. Dabei wurden für alle heimischen und die vielen exotischen Laub- und Nadelbaum-arten Kategorien gebildet, die an die Biologie der Bäume angepasst sind. Insgesamt vier Umfangskategorien gibt es für die stärksten Exemplare der deutschen Baumwelt.

Dass im Alb-Donau-Kreis fünf Bäume den hohen Anforderungen an den Stammumfang gerecht werden, ist aus Sicht des Baum-archivs sehr erfreulich, denn nicht in allen der rund 440 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte sind Bäume dieser Größenordnung überhaupt zu finden.

Zu diesen besonderen Bäumen gehört die mächtige Schinderwasen-buche bei Suppingen, deren Krone sich im Sommer wie eine belaubte Quellwolke auftürmt. Der dreikernige Stamm erreicht 7,16 Meter Umfang, das Alter liegt bei bis zu 300 Jahren.

Weniger bekannt sind zwei Hutebuchen, die die Unteren Naturschutzbehörden dem Archiv mitgeteilt haben: die Hungerbergbuche bei Frankenhofen mit sieben Meter Stammumfang und die Hutebuche bei Scharenstetten, deren verwachsener Stamm 8,10 Meter Umfang erreicht.

Auch zwei Linden stehen auf der Liste. Darunter ist die bekannte Ziegelhoflinde bei Ehingen, die bereits im "Schwäbischen Baumbuch" von 1911 ausführlich von Forst-assessor Otto Feucht, Autor des Bildbands, ausführlich beschrieben wird. Damals besaß die Ziegelhoflinde einen Stammumfang von 8,45 Meter. Heute sind es 9,45 Meter. Ein Alter von 450 Jahren und mehr lässt sich daraus ableiten.

Grandios gewachsene Tanzlinde

Die Walkstetter Linde bei Bernstadt gehört ebenfalls zu den ausgewählten Bäumen, obwohl ihr Stammumfang mit 7,12 Meter weit unterhalb des Gardemaßes für Linden liegt. Weil sie aber eine ehemalige Tanzlinde ist, dazu von grandiosem Wuchs mit zahlreichen tief hängenden Ästen, genügen statt der normalen neun Meter bereits 6,50 Meter Stammumfang.

Für den Schutz der rund 500 national bedeutsamen Bäume wünscht sich das Archiv ein stärkeres Augenmerk auf die Langzeitentwicklung. Bäume wie Eiche und Linde, Ulme und Ahorn, Tanne und Eibe können gut drei bis fünf Jahrhunderte überdauern. Ihre Bewahrung über viele Menschengenerationen hinweg bedarf deshalb eines langen Atems und bewusster Kontinuität, empfiehlt das Baumarchiv.

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