Miniatur-Wasserräder und hohe Tannen - Unterwegs im Deister

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Dunkel hebt sich der Deister im Süden von Hannover von dem blauen Himmel und den weißen Wolken ab. Der 23 Kilometer lange Höhenzug bietet Wanderern viel Abwechslung.

Früher wurde hier Kohle abgebaut, es gibt zahlreiche Stollen, die den Deister durchziehen. „Erholungslandschaft Großer Deister“ steht auf einer Tafel am Parkplatz in der Wennigser Mark, dem Startpunkt. Von hier aus geht es zum Friedhof, der von einer alten Steinmauer und wild wuchernden Pflanzen malerisch umsäumt wird. Kurz darauf führt der „Königsweg“ rechts ab in den Wald. Aufmerksame Beobachter entdecken auf der rechten Seite zwischen den Blättern ein ehemaliges Jagdschloss. Es gehörte König Ernst August von Hannover, der es von seinem Hofarchitekten Georg Friedrich Laves entwerfen ließ.

An einer Kreuzung führt der mit Schotter gut befestigte Weg nun links hinauf in Richtung Wasserräder. Hinweisschilder aus massivem Holz erleichtern die Orientierung. Im Wald geht es etwas steiler bergauf. Links und rechts sind sogenannte Gleisbildungen im Boden zwischen den Bäumen zu sehen. Dort fuhren früher Pferde-Fuhrwerke mit eisenbeschlagenen Rädern entlang. Sie haben tiefe Furchen in den Waldboden gezogen. Nach einigen Kurven geht links ein schmalerer Weg ab, der nach rund 500 Metern am Blanketeich vorbeiführt. Schilf wächst in dem kleinen See, um den hohe Bäumen wachsen. Dort ist eine erste Pause möglich, es gibt eine Sitzbank und einen Tisch direkt am Wasser.

Bereits wenige Meter oberhalb des Blanketeichs stehen die Wennigser Wasserräder am Berg. Die 18 Miniatur-Räder aus Holz werden vom Wasser, das aus der höher gelegenen Feldbergquelle stammt, in Bewegung gehalten. Ein Verein kümmert sich um die liebevoll gestalteten Objekte. Es gibt unter anderem Wasserräder in Form einer Ritterburg, einer Seilbahn, eines Riesenrads und einer Windmühle. Sogar Ernie und Bert und Schneewittchen mit ihren sieben Zwergen tauchen am Hang auf. In einer Schutzhütte am Fuße der Wasserräder können die Wanderer sich ausruhen. Denn nun geht es durch den Buchenwald rund drei Kilometer bergauf, das Ziel ist der Annaturm auf dem Deisterkamm.

Links und rechts des Weges liegen alte Sandsteinbrüche. An einer Kreuzung führt die Strecke geradeaus weiter, die Hinweispfeile auf einer grünen Mülltonne an der rechten Seite sind leicht zu übersehen. Mittlerweile säumen immer mehr Fichten den Pfad. Nach einigen Kurven ändert sich die Vegetation erneut: Nun erheben sich mächtige Tannen, der Wald wird etwas lichter. Dann ist der Kammweg zu sehen, zum Annaturm geht es rechts ab. Die Straße ist jetzt breiter, nach rund einem Kilometer liegen der Turm und das Ausflugslokal auf der rechten Seite. Der Wanderer befindet sich nun in einer Höhe von 405 Metern.

Wer noch nicht allzu erschöpft ist, kann von Dienstag bis Sonntag, 10.00 bis 17.00 Uhr, den 28 Meter hohen Annaturm besteigen. Bei gutem Wetter genießt man die Sicht über das Sünteltal und blickt auf unzählige Baumkronen. In der Gaststätte am Fuße des Turms gibt es leckere Fruchtweine sowie jede Menge Getränke und Speisen. Auf Holzbänken sitzt der Besucher zünftig unter Bäumen vor der Hütte und genießt die Ruhe. Die Gaststätte ist wie der Annaturm dienstags bis sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Rückweg zum Parkplatz führt zuerst auf dem Kammweg entlang in Richtung einer Flugsicherungsanlage.

An einem Platz, dem sogenannten Stern, biegt man rechts in den Wald ab. Auf einem kurzen Stück führt die Strecke über eine asphaltierte Straße, bevor es wieder nach rechts auf einen schmaleren Weg in den Wald geht. Nun geht es allmählich bergab, der Pfad schlängelt sich zwischen Büschen, Blumen und Bäumen hindurch ins Tal zurück. Nach einigen hundert Metern befindet man sich wieder in der Nähe des Blanketeichs. Man folgt dem Weg weiter, bis man am ehemaligen Jagdschloss vorbei zum Parkplatz gelangt. Der gesamte Rundweg ist rund neun Kilometer lang, die Wanderung dauert mit Pausen ungefähr fünf Stunden.

Weitere Informationen: www.deister.de

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